Kinder- & Jugendmedizin - Stationäre Nahrungsmittelprovokation

Eine Nahrungsmittelallergie zeigt sich nicht immer in einer schweren allergischen Sofortreaktion (sog. Anaphylaxie), sondern sehr viel häufiger in eher milden unspezifischen Symptomen. Diese können an der Haut, in der Lunge / den Atemwegen, im Magen-Darm-Trakt oder im Allgemeinbefinden auftreten. Hierbei können sich die Symptome kurz nach dem Genuss des Nahrungsmittels äußern (Frühreaktion) oder aber erst in den nächsten Tagen (Spätreaktion).


Um aber gerade bei diesen milderen Reaktionen sicherzustellen, dass das vermutete Nahrungsmittel (z.B. Kuhmilch, Hühnerei, Soja, Weizen, Fisch, Erd- oder Baumnüsse) tatsächlich die Ursache für die Symptome darstellt, ist unter Umständen eine stationäre Nahrungsmittelprovokation nötig. Diese kann ab dem Alter von ca. 3 Lebensmonaten durchgeführt werden. Außerdem kann bei älteren Kindern getestet werden, ob eine bestehende Nahrungsmittelallergie evtl. ausgeheilt ist (viele Nahrungsmittelallergien – auch solche mit anaphylaktischen Reaktionen in der Vergangenheit – „verwachsen“ sich innerhalb der ersten Lebensjahre).


Um die Provokation individuell für Ihr Kind planen zu können, werden wir mit Ihnen und Ihrem Kind zunächst einen Gesprächstermin vereinbaren. Hilfreich ist, wenn Sie alle bisherigen Allergiebefunde (Ernährungstagebuch, Bluttest, Hauttest) zu diesem Termin mitbringen. Interessant ist für uns auch, ob das Nahrungsmittel in der Vergangenheit schon bei kleinen Mengen Symptome ausgelöst hat oder erst bei Zufuhr größerer Mengen, ob das Nahrungsmittel in gekochtem Zustand vertragen wird (z.B. bei Kuhmilch oder Hühnerei) und ob andere Allergien (z.B. Neurodermitis, Pollenallergie) vorliegen.


Bei der stationären Nahrungsmittelprovokation wird das vermutete Nahrungsmittel unter ärztlicher Überwachung über mind. 2 Tage in ansteigender Dosierung gegessen und die Reaktion des Körpers beobachtet – natürlich immer in der Bereitschaft, evtl. auftretende Allergiezeichen zu behandeln.