Angeborene Gefäßfehlbildungen

Zur minimal-invasive Therapie angeborener Gefäßfehlbildungen arbeiten wir in Kooperation mit Prof. Dr. Dr. med. W. Wohlgemuth aus dem Universitätsklinikum Regensburg. Das Interdisziplinäre Zentrum für Gefäßanomalien (IZG) ist in den letzten Jahren zum Referenzzentrum aufgestiegen. Der stetige Wissenstransfer ermöglicht es uns, diese seltenen Erkrankungen mit modernsten Verfahren zu therapieren (z.B. Onyx-Embolisation). Jungen Patienten wird nach einem meist langen Leidensweg eine erneute Perspektive aufgezeigt.

Vaskuläre Anomalien werden heute nach der International Society for the Study of Vascular Anomalies (ISSVA) in Gefäßtumoren und Gefäßmalformationen unterteilt.

Gefäßtumore sind angeborene Gefäßfehlbildungen und können im Kindesalter stark an Größe zunehmen, bilden sich aber meistens im Laufe der Kindheit vollständig zurück (z.B. das Hämangiom oder Blutschwämmchen).

Gefäßmalformationen sind ebenfalls angeborene Fehlbildungen von Arterien, Venen oder Lymphgefäßen, bleiben jedoch ein Leben lang. Sie bestehen zwar bereits bei der Geburt, treten jedoch meist erst im Kindes- oder frühen Erwachsenenalter in Erscheinung. Diese Gefäßfehlbildungen sind sehr vielgestaltig und können Schmerzen, Schwellungen, Hautverfärbungen und schwerwiegende Blutungen bis hin zu Organschäden hervorrufen. Am häufigsten betreffen Gefäßanomalien den Gesicht-Hals-Bereich und die Extremitäten. Eine Kombination von Gefäßmalformationen verschiedener Gefäßarten (z.B. Venen und Arterien) ist ebenso möglich. Großwuchs oder Kleinwuchs der Extremitäten oder einzelner Körperteile sind typisch.

Entsprechend dem Blutdurchfluss werden sie in slow-flow- oder fast-flow-Malformationen eingeteilt. Gemäß der aktuell gültigen Klassifikation nach der ISSVA sind sie weiterhin unterteilt in kapilläre, venöse, lymphatische, kombinierte slow-flow-Malformationen oder arteriovenöse high-flow-Malformationen (AVM). Diese Unterteilung ist für die Auswahl des richtigen Therapieansatzes eminent wichtig.