Koloskopie/Darmspiegelung

Bei der Darmspiegelung kann der gesamte Dickdarm eingesehen und durch die Entfernung von kleinen Gewächsen (Polypen) eine effektive Vorbeugung zur Verhinderung des Dickdarmkrebses durchgeführt werden.

Wann sollte eine Darmspiegelung durchgeführt werden?

  • bei jedem Patienten - auch ohne Beschwerden und ohne familiäre Vorgeschichte - ab dem 50. Lebensjahr und dann in mindestens 10-jährigen Abständen
  • bei positiven Nachweis von okkulten, nicht sichtbarem Blut im Stuhltest
  • bei Vorliegen von Darmkrebs in der Verwandtschaft ersten Grades (Eltern, Geschwister) sollte eine Darmspiegelung 10 Jahre vor dem frühesten Auftreten erfolgen
  • bei Absetzen von Blut, Schleim oder neu aufgetretene Stuhlgewohnheiten
  • bei Bauchschmerzen, die bereits länger anhalten und für die keine andere Ursache in Frage kommt
  • bei Durchfälle über einen längeren Zeitraum, für die es keine andere Ursache gibt
  • bei Patienten, die in der Vorgeschichte Darmkrebs hatten, müssen in vorgeschriebenen Zeiträumen zur Nachsorge gespiegelt werden.

Es gibt Patienten, die seltene Erkrankungen des Dickdarms haben, die durch ein erhöhtes Aufkommen von Polypen charakterisiert sind (familiäre adeno-matöse Polyposis, FAP) oder die eine vererbte Form des Dickdarmkrebses aufweisen (HNPCC). Diese sollten im Falle der FAP bereits ab dem 10. Lebensjahr und im Falle der HNPCC ab dem 25. Lebensjahr jährlich gespiegelt werden. 

Die Darmspiegelung sollte spätestens alle 10 Jahre wiederholt werden, falls bei der zuletzt durchgeführen Untersuchung keine Polypen entdeckt wurden. Nachfolgend sind einige Normalbefunde und pathologische Befunde des Dickdarms dargestellt.

Normaler Dickdarm
Blinddarm (Coecum)
Abgang des Wurmfortsatzes
Terminales Ileum (Dünndarm)
Polyp im Darm
Polyp wird mit Schlinge abgetragen
Abtragungsstelle des Polypen - am linken Bildrand ein weiterer Polyp, der bereits aufgespritzt wurde
Divertikel im Dickdarm (Aussackungen)

Darmkrebs (Coloncarcinom) | Kommt es zur Ausbildung eines bösartigen Tumors im Dickdarm (colon)  oder Enddarms (Rektum), so wird dieses heute in einem interdiziplinären Ansatz behandelt. Dazu steht am Zentrum Innere Medizin das zertifizierte interdisziplinäre Tumorboard des Onkologischen Zentrums Oberland zur Verfügung. Hier werden alle Patienten zur Festlegung des weiteren individuellen Bahndlungsplans vorgestellt und ausführlich besprochen. Die Therapie erfolgt dann orientiert an den nationalen und internationalen Leitlinien.  

Für die Therapie steht am Zentrum Innere Medizin ein erfahrenes Behandlungsteam aus Gastroenterolgen und  Onkologen zur Verfügung, das sich eng mit der Abteilung für Abdominalchirurgie und der Abteilung für Strahlentherapie abstimmt.

Bei der Koloskopie werden aber auch andere wichtige Krankheitsbilder erkannt, die dann einer gezielten Therapie zugeführt werden.

Divertikulose, Divertikulitis | Das häufigste Krankheitsbild ist die Divertikulose. Dies sind kleine Ausstülpungen der Darmwand, die sich unter bestimmten Umständen entzünden können (Divertikulitis) und dann starke Schmerzen und Beschwerden verursachen können.

Neben den medizinischen Behandlungen gibt es auch klare Verhaltens- und Ernährungsempfehlungen, für die es auch eine umfangreiche Patientenempfehlung gibt.

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen | Eine weitere wichtige Erkrankung stellen die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, Morbus Crohn und die Colitis ulcerosa  dar. Für Patientinnen mit Colitis ulcerosa und Morbus Crohn gibt es am Zentrum Innere Medizin eine spezielle Sprechstunde und ein erfahrenes Behandlungsteam.

Das Zentrum Innere Medizin nimmt an mehreren innovativen Studien zu Therapie und Verlauf von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen teil. Außerdem werden mehrere Fortbildungsreihen vom Zentrum Innere Medizin zu diesem Thema organisiert und angeboten.

Morbus Crohn
|Patienten mit einem Morbus Crohn leiden an einer Entzündung, die die gesamte Darmwand involvieren kann. Die Betreuung dieser Patienten bedarf neben einer Ernährungsberatung eine kontinuierliche fachärztliche Betreuung und Therapie. Neben dem Darm können auch andere Organe (Augen, Gelenke) sowie die Haut mitbetroffen sein. Neue medikamentöse Ansätze erlauben heute neben der bisherigen Cortisontherapie gut und nebenwirkungsarme Therapiemöglichkeiten.

Colitis ulcerosa | Die Colitis ulcerosa ist eine spezielle Entzündung, die vor allem die Colonschleimhaut betrifft, aber auch wie der Morbus Crohn andere Organsysteme (Leber, Gallenwege, Haut) befallen kann. Auch für die Colitis ulcerosa bieten sich heute medikamentöse und innovative Therapieansätze.

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