Manometrie

Unter Manometrie versteht man die Druckmessung der Muskulatur in der Speiseröhre, die bei einem Schluckakt ausgelöst wird. Zusätzlich werden der obere und der untere Schließmuskel auf ihre Ruhefunktion und ihr Verhalten während eines Schluckaktes überprüft. Man bedient sich hier einer Sonde, die mit vielen (36) Drucksensoren ausgestattet ist, und kontinuierlich die Druckwerte an ein Computersystem weitergibt.
 

Sonde

Die Sonde wird über ein gut durchlässiges Nasenloch, welches zuvor mit einem leicht betäubenden Spray eingesprüht wurde, in die Speiseröhre vorgeschoben. Dabei gibt es eine kurze unangenehme Passage vor dem Eintritt in die Speiseröhre, bei der man kräftig mitschlucken muss, damit die Sonde leichter ihren Weg in die Speiseröhre finden kann. Hier kann es bei manchen Menschen zu erheblichen Würgereiz kommen, der in der Regel mit einem Schluck Wasser leicht zu lindern ist.
Liegt die Sonde erst einmal korrekt in der Speiseröhre, müssen lediglich eine vorgeschriebene Anzahl an Wasserschlucken durchgeführt werden, damit man die Funktion der Speiseröhre während eines Schluckaktes ausreichend beurteilen kann. Die Untersuchung dauert etwa 10 Minuten.
 
Die Notwendigkeit dieser Untersuchung besteht bei Patienten, die unter Schluckstörungen leiden, das heißt nicht mehr korrekt abschlucken können. Aber auch krampfartige Schmerzen hinter dem Brustbein können von der Speiseröhre ausgelöst werden. Hier gibt die Manometrie ebenfalls Aufschluss, ob ursächlich für die Beschwerden möglicherweise ein Krampfleiden der Speiseröhre vorliegt.
Die gastrointestinale Funktionsabteilung des Zentrums Innere Medizin verfügt über eine langjährige Erfahrung in der High Resolution Manometrie. Oberarzt Dr. Vincens Weingart, Dr. Julia Lambertz und Chefarzt Prof. Dr. Hans-Dieter Allescher haben dazu auch das erste deutsche Lehrbuch herausgegeben (Informationen unter www.hr-manometrie.de) und mehrere Kurse zu diesem Thema veranstaltet.

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