PsychoOnkologische Beratungsstelle

Schwere körperliche Erkrankungen, insbesondere Tumorleiden, gehen oftmals mit erheblichen seelischen Belastungen einher. Warum gerade ich? Was habe ich falsch gemacht? Bin ich an meiner Erkrankung schuld? Solche Fragen drängen sich auf. Niemand ist schuld, wenn er an Krebs erkrankt. Es gibt bislang keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass z.B. Stress Krebs auslösen könnte. Trotzdem fällt es vielen Kranken schwer, diese Fragen offen auszusprechen.

Die Gedanken und Gefühle, welche den Patienten in der Auseinandersetzung mit einer Krebserkrankung überfallen, sind oft kaum in Worte zu fassen.
Selbst sehr vertrauten Paaren fällt es schwer, über die Krankheit und die Folgen miteinander zu reden. Ganz besondere Sorgen haben Eltern nicht erwachsener Kinder. Wie kann man mit dem eigenen Kind über die Krebserkrankung sprechen? Was darf oder muss das Kind wissen? Wie soll man auf Fragen antworten? Auch das Gespräch mit Bekannten oder Nachbarn ist schwierig.

Menschen reagieren unterschiedlich und jede Krankheit, jede Situation ist anders.
Bei bis zu 70% aller Krebspatienten ist das Befinden nicht durch körperliche Beschwerden sondern vor allem durch die seelischen Belastungen beeinträchtigt.
Hilfe kann hier eine psychoonkologische Mitbehandlung bieten.

Die Psychoonkologie ist eine spezielle Fachrichtung der Psychotherapie, die sich mit den seelischen Folgen einer Krebserkrankung befasst. Im Falle einer psychischen oder sozialen Beeinträchtigung des Patienten bietet die Psychoonkologie gezielte Behandlungsmöglichkeiten an. Sie ersetzt jedoch keine Therapiemöglichkeiten wie Chemotherapie, Operation oder Strahlentherapie, denn Krebs ist keine seelische Erkrankung.

Die psychoonkologische Mitbehandlung sollte immer dort fester Bestandteil der Krebstherapie sein, wo sie angemessen und erforderlich scheint. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass sich eine professionelle Unterstützung bei seelischen Belastungen positiv auf den Krankheitsverlauf auswirkt und für das Umfeld eine Entlastung ist.

Ob eine psychoonkologische Behandlung erforderlich oder hilfreich sein kann, lässt sich im ärztlichen Gespräch oder durch einen speziellen Fragebogen feststellen.
Psychoonkologische Therapie findet vor allem in Einzelgesprächen statt; die Inhalte der Behandlung richten sich nach den individuellen Beschwerden, Problemen und Bedürfnissen der Patienten. Die Therapie kann dabei problemlösende und entlastende Gespräche, das Erlernen von Entspannungstechniken und Strategien zur Krankheitsbewältigung bis hin zu Hypnoseverfahren umfassen. Manchmal reicht es schon im Rahmen der Behandlung die Gelegenheit zu bieten, über das zu reden, was man andernorts sonst nicht aussprechen kann.

Das Behandlungsangebot richtet sich gleichermaßen an Patienten und Familienangehörige. Sowohl für die Betroffenen selbst als auch für Angehörige versuchen wir auch kurzfristig Termine zu vergeben. Selbstverständlich können Ehepartner, Kinder oder andere Angehörige ebenfalls teilnehmen, sofern es hilfreich und sinnvoll erscheint. Insbesondere für krebskranke Eltern möchten wir zeitnah Unterstützung anbieten, um zu helfen, mit familiären Belastungen durch die Erkrankung „kindgerecht“ umzugehen.

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