190 Millionen für die Gesundheit
Spatenstich zum siebten Bauabschnitt am Klinikum - Landrat spricht von
einem Meilenstein
 
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Garmisch-Partenkirchen – Am Ende dieses Bauabschnittes, des siebten seit
1987, wird der Landkreis Garmisch-Partenkirchen mehr als 190 Millionen Euro in
die Modernisierung seines Klinikums in investiert haben. Eine gewaltige Summe.
Zum Vergleich: Der Krammertunnel, die 3,6 Kilometer lange Umfahrung für den
Ortsteil Garmisch, soll insgesamt rund 133 Millionen Euro kosten. Ob dieser
siebte Bauabschnitt, in dessen Zentrum die Sanierung des Bettenhauses steht,
auch der letzte ist? „Es wäre schön“, meinte Landrat und
Aufsichtsratsvorsitzender Harald Kühn gestern vor dem offiziellen Spatenstich.
Aber er glaubt wohl selbst nicht recht an ein Ende: „Entweder fällt den
Mitarbeitern etwas Neues ein, was nicht unwahrscheinlich ist, oder wir fangen
wieder von vorne an.“ Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder mahnte humorvoll
ein wenig Zurückhaltung an: „Sie sollten nicht zu engagiert schon neue Pläne
angehen, sondern erst einmal diese abarbeiten.“
Kühn hält an den siebten Bauabschnitt für einen „Meilenstein in der
Geschichte und Entwicklung unserer Klinikums“. Neben der grundlegenden Sanierung
des Bettenhauses sind der Bau einer Magistrale, die die wesentlichen Bereiche
der Klinik verbindet, eines neuen Haupteingangs sowie ein Zentrum für ambulante
Operationen Teile des Vorhabens. Gut 37 Millionen Euro sind dafür kalkuliert,
etwa 20 Millionen Euro davon zahlt der Freistaat Bayern. Zu den Gesamtkosten von
190 Millionen Euro wird der Saat am Ende rund 120 Millionen beigetragen haben.
Drei Jahre Bauzeit sind geplant. Kühn sprach von einem Kraftakt, der dabei zu
bewältigen sei. „Der Behieb läuft währenddessen unvermindert weiter“,
bekräftigte der Landrat und versicherte: „Die medizinische Qualität für die
Patienten darf und wird darunter nicht leiden.“
Damit die Sanierung überhaupt möglich wird, baut ein mittelständisches
Unternehmen aus der Oberpfalz derzeit ein Bettenhaus – aus massivem Holz. Direkt
angebunden an den Südflügel der Klinik, bietet es auf vier gleichartigen
Geschossen Platz für 120 Betten. Allein dafür investiert der Kreis mehr als drei
Millionen Euro. Angesichts der Massiv-Bauweise schien manch´ Gast der
Festveranstaltung bereits überzeugt, dass dieses Bettenhaus nach der Sanierung
dauerhaft erhalten bleibt – ähnliche, wie es vor Jahren auch mit den Containern
für ambulante Operationen der Fall gewesen ist. Sie leisten bis heute wertvolle
Dienste. Und dass es Container sind, erschließt sich kaum jemandem. Die hohe
Qualität des Klinikums betonte Gesundheitsminister Söder mehrfach, und zwar
nicht allein die technische, sondern besonders die menschliche. Söder nennt sie
auch Lebenshäuser, weil in keiner anderen Einrichtung der Anfang und das Ende
des Lebens so unmittelbar zu erfahren seien. Dabei brach er eine Lanze für
Krankenhäuser in den Regionen: Es muss nicht alles in München sein.“ Die Pläne
zu einer Übernahme oder Kooperation mit dem Krankenhaus Penzberg waren nicht
Thema in den offiziellen Reden, wohl aber bei den anschließenden Diskussionen in
den Runden.
Für die Gesundheitsregion Oberbayern versprechen sich Kühn wie Söder große
Erfolge. „Angesichts der eindeutigen Wachstumsprognosen bin ich zutiefst davon
überzeugt, dass der Sektor Gesundheit eine große und wichtige Zukunfts-Chance
darstellt“, betonte der Landrat.
Quelle: Garmisch-Partenkicherner Tagblatt vom 22.10.2010