Krankenhaus -, 04.04.2011
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Bewahrung vor Beinamputation


Ärzte bewahren Mauricio und Alberto vor Beinamputation

Sie können wieder lachen und vor allem laufen: die beiden kleinen angolanischen Patienten Mauricio Alfonso Hermenegildo (5) und der neunjährige Alberto Edquelson. Zu verdanken haben sie das den Ärzten im Klinikum Garmisch-Partenkirchen, wo sie insgesamt sechs Wochen lang behandelt wurden und mehrfach am Unterschenkel operiert werden mussten.

Seit kurzem leben sie wieder im internationelen Friedensdorf in Oberhausen. Jetzt wurden sie zur Abschlussuntersuchung noch einmal unter die Alpspitze gebracht, bevor es Ende September wieder zurück in ihre afrikanische Heimat geht. Die Ärzte sind mit der Heilung sehr zufrieden. "Beide Kinder wurden mit einer Knochenentzündung bzw. - vereiterung eingeliefert, konnten nicht laufen und hatten große Schmerzen", erklärt der Leitende Arzt der Unfallchirurgie und Sportorthopädie, Dr. Peter Gutsfeld. "Zusätzlich waren sie an einer antibiotika-resistenten Infektion erkrankt und mussten erst einmal in Quarantäne".

Kinderkrankenschwester Marion und die Assistenzärztin Esther Schouten haben die beiden Buben auf der Kinderstation betreut. Ihnen fällt der endgültige Abschied von den liebenswerten Kindern mit den großen schwarzen Kulleraugen besonders schwer. " Sie hatten so großes Heimweh, haben nur geweint und uns nicht verstanden, denn sie sprechen nur portugiesisch", erzählt Schwester Marion, die vom kleinen Mauricio stürmisch umarmt wird, während ihr der ältere Alberto stolz seine rote Sonnenbrille zeigt. Doch trotz allem Trennungsschmerz: Das gesamte Team ist froh, dass den kranken Kindern nicht nur geholfen, sondern wahrscheinlich sogar ihr Leben gerettet werden konnte. "Ohne die rechtzeitigen Operationen, die unser Spezialist für Knochenerkrankungen, Oberarzt Dr. Sven Hungerer, durchgeführt hat, hätte man die betroffenen Beine amputieren müssen beziehungsweise die Kinder wären an einer Blutvergiftug gestorben", weiß Dr. Gutsfeld. Die Kosten für die Behandlung schätzt er auf ca. 40.000 Euro pro Kind. "Mittel die aus dem Klinikums-Etat zur Verfügung gestellt wurden."

Seit 2004 wurden bereits acht Kinder aus der Dritten Welt kostenfrei in der Auenstraße operiert und gesund entlassen. Sie haben jetzt wieder eine Chance im Leben.

Quelle: Garmisch-Partenkirchner Tagblatt, 18. Juli 2010