Krankenhaus -, 05.08.2008
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Experten reden über Massenplage Allergie


27 Millionen Betroffene: Experten reden über Massenplage Allergie

Allergien haben sich zu einer Volkskrankheit entwickelt. Schätzungsweise 27 Millionen Deutsche leiden unter ihr. Inzwischen gibt es fast 20.000 verschiedene Auslöser für diese Massenplage.

Mit Allergien in ihren schier unendlich vielen Formen befasst sich am morgigen Dienstag auch eine Veranstaltung der Volkshochschul-Reihe "Gesundheit im Dialog". Beginn ist um 19.30 Uhr im Musikpavillon der St.-Irmengard-Schulen. Unter dem Motto "Allergien – ein lästiges, aber oft gravierendes Problem" und bei freiem Eintritt spricht Dr. Stefan Nöldeke, Chefarzt der Gefäßchirurgie im Klinikum Garmisch-Partenkirchen, mit drei im Kreisort niedergelassenen Medizinern: Dr. Rupprecht Leinberger, Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Dr. Tobias May, Experte für Dermatologie und Dr. Claudia Sommer, spezialisiert auf Lungenheilkunde.
Allergie, erklärt Nöldeke, sei eine überschießende Reaktion des Immunsystems gegenüber körperfremden Substanzen der Umwelt. "Das Immunsystem langweilt sich sozusagen und spricht deshalb auf Fremdstoffe, beispielsweise Pollen an, die, anders als Krankheitskeime, eigentlich gar keine Gefahr für die Gesundheit darstellen."
Auslöser seien die "Allergene", bei denen es sich um

Eiweißsubstanzen tierischer oder pflanzlicher Herkunft handelt, etwa von Blütenpolen, Milben und Schimmelpilzen. Doch theoretisch könne jede Substanz eine Reaktion auslösen: "Es gibt nichts, gegen das man nicht allergisch sein kann."
Aber was sind die Ursachen dieser Volkskrankheit? "Einerseits Lebensgewohnheiten, etwa übertriebene Hygiene und medizinische Versorgung, andererseits auch die Psyche, die die Bereitschaft des Körpers zu allergischen Reaktionen beeinflussen kann, zum Beispiel Stress in Familie und Beruf oder auch Depressionen.
Aus dem Riesensortiment etwa der Kontaktallergene nennt Dr. Nöldeke nur ein paar: Kunststoffe, Lacke, Kleber, Konservierungsmittel, Desinfektionsmittel, Pflanzen, Kleidung, Duftstoffe, Gummi, Latex. Nahrungsmittel-Allergene seien beispielsweise Eier, Milch, Fisch, Gemüse, Obst, Getreide, Nüsse, Samen oder Hülsenfrüchte. Und Allergien nehmen weiter noch zu, "weil die Umwelt zunehmend vom natürlichen Lebensraum abweicht".

Quelle: Garmisch-Partenkirchner Tagblatt, 9. Juni 2008, Wolfgang Kaiser