Mittenwald- Diesen Tag werden alle im Gedächtnis behalten: Am vergangenem
Freitag zehn Uhr, standen Barbara Busch (34) und Tochter Iris (7) mit Tino
Teubert (33) im Mittenwalder Rathaus vor dem Standesbeamten Helmut Grabosch, um
sich im engsten Familienkreis trauen zu lassen. Braut Barbara war im achten
Monat schwanger, sie fieberte ihrer Hochzeit entgegen. Nur knapp zwölf Stunden
nach der Zeremonie durfte sich das frisch getraute Ehepaar Teubert-Busch
schon über ihren Nachwuchs freuen. Das Kuriose: Töchterchen Leonie kam nicht nur
vier Wochen vor der geplanten Entbindung zur Welt, sondern im Rettungswagen auf
der Bundesstraße B2 in Höhe Abzweigung nach Schlattan. Jetzt muss das Standesamt
Garmisch-Partenkirchen entscheiden, welcher Geburtsort eingetragen wird. „
Nach der Trauung, dem Mittagsessen und Kaffetrinken“, schildert Ehemann Tino
diesen denkwürdigen Tag, „haben wir uns auf einen ruhigen Hochzeitstag zu Hause
gefreut“. Doch am Abend setzten bei seiner Frau auf einmal die Wehen ein. „Ich
habe noch selber die Sanis angerufen.“Kurz darauf fuhr vor der Wohnung in der
Gebirgspionierstraße der Sanka vor. Am Steuer saß Rettungssanitäterin Bianca
Böhmer. Mit ihrer Kollegin, der Rettungsassistentin Christine Becker, kümmerte
sie sich um die Schwangere. Mittlerweile war auch Notarzt Dr. Vincenz Weihngard
aus dem Klinikum mit seinem Fahrer eingetroffen. „Das Fachpersonal hat immer
eine Wehe abgewartet“, erinnerte sich der Bräutigam, „in den Wehenpausen wurde
meine Frau dann von der Etage zur Etage hinunter in den Rettungswagen
transportiert“. |
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In Klais trafen die zwei Fahrzeuge aus Mittenwald auf einen zweiten
Rettungswagen aus dem Kreisklinikum, der mit Rettungssänitäter Matthias Buck,
Rettungsassistent Volker Dangel, Kindernotärztinr. Carolin Lang, Hebamme Odette
Taube und Kinderkrankenschwester Deike Linemann besetzt war. Die Hebamme
wechselte sofort in das Fahrzeug der Schwangeren, und dann ging es gemeinsam
weiter ins Klinikum. So weit, so gut. Doch so lange wollte die kleine Leonie
nicht warten. Weil die Geburt unmittelbar bevorstand, ließ die Hebamme die
Kolonne in Schlattan anhalten. Die drei Fahrzeuge stoppten auf der Bundesstraße
genau am Schild „B2 Abschnitt 240, Km 6,5“. Während die Fahrer und
Rettungskräfte den Verkehr regelten, erblickte Leonie im Sanka das Licht der
Welt. „Ich war bei der Geburt dabei“, erinnerte sich Tino Teubert an die
dramatischen Sekunden. „Es war genau 21.37 Uhr. „Ich durfte die Nabelschnur
durchschneiden“. Das gesunde Frühchen 49 Zentimeter groß und wog 2650 Gramm.
„Wir möchten uns bei allen beteiligten für ihre großartige Unterstützung
bedanken“, lobt die glückliche Mutter ihr Helfer. „Es hat alles reibungslos
geklappt“. Der Ehemann – er arbeitet derzeit als Dachdecker in München – kann
seine Tochter in den Händen halten „Hauptsache ist doch, dass alles gesund ist“.
Eine Premiere war die Geburt im Rettungswagen im Landkreis
Garmisch-Partenkirchen aber nicht: „Die letzte liegt allerdings schon einige
Jahre zurück“, bestätigt die Pressestelle des Klinikums.
Quelle: Garmisch-Partenkirchner Tagblatt vom 7.9.2010 |