Krankenhaus -, 16.12.2010
URL: http://www.klinikum-gap.de/klinikum/fruehgeburt-im-rettungswagen.htm

Frühgeburt im Rettungswagen


Frühgeburt im Rettungswagen

Die kleine Leonie kommt am Tag der Hochzeit ihrer Eltern auf der B2 bei Schlattan zur Welt

Mittenwald- Diesen Tag werden alle im Gedächtnis behalten: Am vergangenem Freitag zehn Uhr, standen Barbara Busch (34) und Tochter Iris (7) mit Tino Teubert (33) im Mittenwalder Rathaus vor dem Standesbeamten Helmut Grabosch, um sich im engsten Familienkreis trauen zu lassen. Braut Barbara war im achten Monat schwanger, sie fieberte ihrer Hochzeit entgegen. Nur knapp zwölf Stunden nach der Zeremonie durfte sich das frisch getraute Ehepaar Teubert-Busch schon über ihren Nachwuchs freuen. Das Kuriose: Töchterchen Leonie kam nicht nur vier Wochen vor der geplanten Entbindung zur Welt, sondern im Rettungswagen auf der Bundesstraße B2 in Höhe Abzweigung nach Schlattan. Jetzt muss das Standesamt Garmisch-Partenkirchen entscheiden, welcher Geburtsort eingetragen wird.
„ Nach der Trauung, dem Mittagsessen und Kaffetrinken“, schildert Ehemann Tino diesen denkwürdigen Tag, „haben wir uns auf einen ruhigen Hochzeitstag zu Hause gefreut“. Doch am Abend setzten bei seiner Frau auf einmal die Wehen ein. „Ich habe noch selber die Sanis angerufen.“Kurz darauf fuhr vor der Wohnung in der Gebirgspionierstraße der Sanka vor. Am Steuer saß Rettungssanitäterin Bianca Böhmer. Mit ihrer Kollegin, der Rettungsassistentin Christine Becker, kümmerte sie sich um die Schwangere. Mittlerweile war auch Notarzt Dr. Vincenz Weihngard aus dem Klinikum mit seinem Fahrer eingetroffen. „Das Fachpersonal hat immer eine Wehe abgewartet“, erinnerte sich der Bräutigam, „in den Wehenpausen wurde meine Frau dann von der Etage zur Etage hinunter in den Rettungswagen transportiert“.

In Klais trafen die zwei Fahrzeuge aus Mittenwald auf einen zweiten Rettungswagen aus dem Kreisklinikum, der mit Rettungssänitäter Matthias Buck, Rettungsassistent Volker Dangel, Kindernotärztinr. Carolin Lang, Hebamme Odette Taube und Kinderkrankenschwester Deike Linemann besetzt war. Die Hebamme wechselte sofort in das Fahrzeug der Schwangeren, und dann ging es gemeinsam weiter ins Klinikum. So weit, so gut.
Doch so lange wollte die kleine Leonie nicht warten. Weil die Geburt unmittelbar bevorstand, ließ die Hebamme die Kolonne in Schlattan anhalten. Die drei Fahrzeuge stoppten auf der Bundesstraße genau am Schild „B2 Abschnitt 240, Km 6,5“. Während die Fahrer und Rettungskräfte den Verkehr regelten, erblickte Leonie im Sanka das Licht der Welt. „Ich war bei der Geburt dabei“, erinnerte sich Tino Teubert an die dramatischen Sekunden. „Es war genau 21.37 Uhr. „Ich durfte die Nabelschnur durchschneiden“. Das gesunde Frühchen 49 Zentimeter groß und wog 2650 Gramm. „Wir möchten uns bei allen beteiligten für ihre großartige Unterstützung bedanken“, lobt die glückliche Mutter ihr Helfer. „Es hat alles reibungslos geklappt“. Der Ehemann – er arbeitet derzeit als Dachdecker in München – kann seine Tochter in den Händen halten „Hauptsache ist doch, dass alles gesund ist“.
Eine Premiere war die Geburt im Rettungswagen im Landkreis Garmisch-Partenkirchen aber nicht: „Die letzte liegt allerdings schon einige Jahre zurück“, bestätigt die Pressestelle des Klinikums.

Quelle: Garmisch-Partenkirchner Tagblatt vom 7.9.2010