Die Geschäftsführer der bayerischen Großkrankenhäuser tagten dieser Tage in
Garmisch-Partenkirchen. Einmal im Jahr kommen die Manager der großen Häuser,
organisiert durch die Bayerische Krankenhausgesellschaft (BKG), zusammen –
diesmal trat man sich unter der Alpspitze. So hoch wie die umliegenden Berge in
Garmisch-Partenkirchen sind auch die Sorgen der Großkrankenhäuser, das wurde bei
der Tagung deutlich. Zentrales Thema des zweitägigen Kongresses waren die
Auswirkungen der Tarifabschlüsse für den öffentlichen Dienst vom April dieses
Jahres. "So sehr es uns freut, dass unsere Beschäftigten mehr Geld bekommen,
zumal sie in den vergangenen Jahren große Zurückhaltung gezeigt haben, so sehr
drückt uns die Sorge, wie wir diese zusätzlichen Personalkosten finanzieren
sollen", sagt BKG-Geschäftsführer Siegfried Hasenbein. Aufgrund der vom
Gesetzgeber seit 15 Jahren verordneten "Deckelung" gibt es für den
Krankenhausbereich keine zusätzlichen Einnahmen, um diese zusätzlichen Kosten
abzufangen. Geschäftsführer Wolfgang Türk rechnet vor, was der
Tarifabschluss für das Klinikum Garmisch-Partenkirchen bedeutet: "Auf uns kommen
Kosten in Höhe von 1,3 Millionen Euro im Jahr zu. Die Personalkosten machen nun
einmal 70 Prozent bei einem Großkrankenhaus aus. Die Gegenfinanzierung ist
gleich Null, und zusätzlich steigen auch für unser Klinikum die
Energiekosten. Die wirtschaftliche Situation hat sich an allen 39 bayerischen
Großkrankenhäusern verschlechtert, sagt auch Siegfried Hasenbein, der ein "Ende
der finanziellen Auszehrung" fordert. "Wenn der Bundesgesetzgeber nicht noch in
diesem Jahr eine Möglichkeit für eine Refinanzierung schafft, geraten unsere
Krankenhäuser in eine gefährliche Schieflage", prophezeit der
BKG-Geschäftsführer. |
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Steigende Defizite, weiterer Personalabbau und Einschränkungen in der
Versorgung nennt er als drohende Folgen. Auch Klinikums-Geschäftsführer Wolfgang
Türk blickt düster in die Zukunft: "Wir wollen weder einen Personalabbau noch
einen Leistungsabbau im Klinikum Garmisch-Partenkirchen. Wir müssen versuchen,
durch effizientere Arbeitsabläufe und strukturelle Maßnahmen
gegenzusteuern." Die Finanzierung von Großkrankenhäusern (setzt bestimmte
Bettengröße, mind. Versorgungsstufe II, überörtlichen Auftrag und Bedeutung
voraus) ist Bundesangelegenheit. Die Schieflage wird in den einzelnen Ländern
längst erkannt, deshalb wollen Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen
einen Entschließungsantrag in den Bundesrat einbringen. Ob dieser Appell
fruchten wird, weiß Hasenbein, der Geschäftsführer der Bayerischen
Krankenhausgesellschaft (BKG) nicht. Wohl aber weiß er, dass der bevorstehende
Gesundheitsfonds den die Große Koalition als Erfolg preist, die Situation
verschärfen wird. Um auf die ernste Lage hinzuweisen ("mit dem jüngsten
Tarifabschlüssen ist die Schmerzgrenze überschritten") kündigt Siegfried
Hasenbein Protestaktionen an. Kundgebungen, Diskussionsrunden sowie Tage, an
denen die geplanten OPs nicht durchgeführt werden, sind bereits angedacht
... Während der Tagung trafen die Manager der 39 bayerischen Großkliniken
auch mit Vertretern der Krankenhausabteilung des Bayerischen Sozialministeriums
zusammen. Die Klinikchefs machten dabei deutlich, dass in den Krankenhäusern
aufgrund des harten Wettbewerbs weiterhin ein hoher Investitionsbedarf besteht.
Die Bundesländer müssten hier ihrer Verpflichtung nachkommen, eine ausreichende
Finanzierung von Investitionen sicherzustellen. Anderenfalls laufe die
staatliche Krankenhausplanung ins Leere. |