Krankenhaus -, 14.05.2008
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Gutsfeld: 15 Prozent mehr Skiunfälle


Gutsfeld: 15 Prozent mehr Skiunfälle

Immer mehr und immer schlimmere Wintersportunfälle bescheren den Ärzten im Klinikum in dieser Saison viel Mehrarbeit. So sind die Operationssäle rund um die Uhr besetzt. Die Mediziner plädieren seit längerem für eine Helmpflicht bei Minderjährigen.

"Die Zahl der Skiunfälle ist in dieser Saison im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent gestiegen" berichtet Dr. Peter Gutsfeld vom Klinikum Garmisch-Partenkirchen. "Allein 2500 verunglückte Wintersportler mussten bisher ambulant und 700 stationär behandelt werden. "Das ist laut dem leitenden Arzt der Unfallchirurgie sehr viel. Gutsfeld vermutet, dass der Anstieg der Skiunfälle in direktem Zusammenhang mit den "sehr guten, lokalen Wintersportbedingungen" stehe. Denn: Je mehr Gäste zum Skifahren kommen, desto mehr Unfälle passieren statistisch gesehen."
Doch die Mediziner haben in dieser Saison nicht nur mit immer mehr, sondern vor allem mit immer schwerwiegenderen Verletzungen zu kämpfen. Gebrochene Hüften oder zertrümmerte Sprung- und Kniegelenke beispielsweise kenne man ansonsten nur von Pkw-Kollisionen, sagt Gutsfeld. Der Arzt führt diesen Umstand auf mehrere Faktoren zurück: "Die neuen Skier ermöglichen es den Sportlern, durch immer höher entwickelte Materialien immer schneller zu fahren." Doch auch die Pistenbedingungen sieht er als Grund an. Durch den Kunstschnee würden die Skisportler härter fallen.
Gutsfeld bemängelt auch die körperliche Verfassung von so manchem Brettl-Fan. Viele Skifahrer und Snowboarder seien

nicht ausreichend auf die Pisten-Gaudi vorbereitet. "Kraftausdauer- und Koordinationstraining sind eine wichtige Voraussetzung, um heil durch die Saison zu kommen." Diese Defizite haben vor allem Kopf-, Band- und Wirbelsäulenverletzungen sowie Prellungen und Schürfwunden als Folge. Vor diesem Hintergrund plädieren die Klinikums-Ärzte seit längerem für die Wiederbelebung der Ski-Gymnastik und die Einführung einer Helmpflicht – "am besten für alle bis 18 Jahre".
Für das Krankenhauspersonal haben schlechte Kondition und zu hohe Geschwindigkeiten ganz andere Konsequenzen, nämlich "einen erheblich höheren Arbeitsaufwand" wie Gutsfeld aus eigener Erfahrung weiß. Oft stehen der Chirurg und seine Kollegen dieser Tage noch abends im Operationssaal, um abzuarbeiten, was tagsüber nicht geschafft werden konnte. "Die Säle sind derzeit eigentlich rund um die Uhr belegt", erzählt der Mediziner.
Besonders bewährt habe sich in diesem Zusammenhang die Kooperation mit der Unfallklinik in Murnau. Gutsfeld Fazit: "Von der Möglichkeit des personellen Ausgleichs bis zum Austausch in schwierigen Fragen profitieren sowohl die Patienten als auch die Mitarbeiter des Krankenhauses.

Quelle: Garmisch-Partenkirchner Tagblatt, 13. März 2008, von Silke Fischer