Krankenhaus -, 16.12.2010
URL: http://www.klinikum-gap.de/klinikum/krebs-schon-bei-dinosauriern.htm

Krebs schon bei Dinosauriern


Krebs schon bei Dinosauriern

Murnau – Dagmar Fromm, Leiterin der Krebs-Selbsthilfegruppe Murnau, hat ein besonderes Anliegen: Sie hofft, dass die Chemotherapie, welche viele Krebspatienten benötigen, eines Tages auch in Murnau möglich sein wird. Noch müssen viele für die lebensnotwendige Behandlung nach Garmisch-Partenkirchen oder nach Weilheim fahren. Dieses Anliegen sprach die 62-Jährige auch gleich an, als Dr. Helmut Lambertz, Chefarzt der Abteilung Onkologie (Krebstherapie) im Klinikum Garmisch-Partenkirchen, bei der der Selbsthilfegruppe zu Gast war: Im Restaurant „Auszeit“ fragte sie den Experten rundheraus, ob und wann Aussicht auf eine solche Behandlungen in Murnau bestehe.
Lambertz blieb zurückhaltend. Auf Nachfrage des Tagblatts sagte er:“ Ich weiß nicht, wann wir hier die strukturellen Vorraussetzungen schaffen können, um diese Therapie mit gleicher Qualität wie in Garmisch-Partenkirchen und Weilheim anbieten zu können. Auf jeden Fall müsse die Therapie in Murnau in enger Zusammenarbeit mit den Weilheimer Onkologen ausgeführt werden, die seit Jahren zahlreiche Murnauer Patienten behandelten. Konkreter wurde er nicht.
Ausführlich referierten Lambertz dafür über das Thema Krebs und Chemotherapie

im Allgemeinen. In seinem Vortrag informierte der 55-jährige seine rund 20 Zuhörer, dass die Krankheit bereits im Altertum bekannt gewesen sei: „Schon bei ägyptischen Mumien konnte Krebs nachgewiesen werden.“ Sogar Dinosaurier hätten vor vielen Millionen Jahren an Knochenkrebs gelitten.
Die Chemotherapie, welcher der Experte viel Zeit widmete, sei erstmals 1946 angewendet worden: „Man hat sich damals Erkenntnisse aus dem Krieg zunutze gemacht. So ließ Senfgas die Tumore bei Lymphdrüsenkrebs kleiner werden.“ In den vergangenen Jahren habe sich bei der Chemo- und Strahlentherapie sowie den Operationstechniken ein intensiver Entwicklungsprozess vollzogen. Im Mittelpunkt einer modernen Krebstherapie stehe immer der Mensch, betonte Lambertz: „Heute reden die die Patienten und deren Angehörige viel stärker mit als früher. Sie haben das Recht, die Gedankengänge der behandelnden Ärzte nachzuvollziehen.
Dass viele Krebspatienten glaubten, in der Selbsthilfegruppe werde nur über die Krankheit gesprochen, beteuerte die stellvertretende Leiterin Veronika Fent: „Sie würden staunen, wie gut wir drauf sind. Bei uns steht die Geselligkeit im Vordergrund.“ Dazu zählen Grillabende, Ausflüge und Quigong.

Quelle: Garmisch-Partenkirchner Tagblatt  vom 7.9.2010