Krankenhaus -, 13.01.2011
URL: http://www.klinikum-gap.de/klinikum/patienten-wuenschen-sich-ein-bett-zimmer.htm

Patienten wünschen sich Ein-Bett-Zimmer


Patienten wünschen sich Ein-Bett-Zimmer

Garmisch-Partenkirchen – Der CDU-Politiker Jens Spahn fordert die Abschaffung der Vier-Bett-Zimmer für Kassenpatienten in Krankenhäusern. Was würde das für das kreiseigene Klinikum in Garmisch-Partenkirchen bedeuten? Unsere Zeitung fragte nach bei Geschäftsführer Wolfgang Türk.

Herr Türk, wie verteilen sich die Zimmer in Ihrem Haus?
Wir haben 20 Ein-, 55 Zwei-, 90 Drei- und 2 Vier-Bett-Zimmer. Für die allermeisten Patienten ist jedoch nicht der Zimmerstandard entscheidend, sondern das sind die Qualität der medizinischen Versorgung und der gebotene Service.

Mit wie vielen Patienten ist ein Zimmer durschnittlich belegt?
Grundsätzlich sind die Zimmer immer voll belegt, wobei von einer üblichen 80-prozentigen Belegung ausgegangen wird, die sich durch die erforderliche Wechselzeiten ergibt. Dabei gilt es Schwankungen, die durch die jahreszeitlichen Besonderheiten wie dem Wintersport oder durch die das Auftreten von gehäuften Krankenhaus-Aufenthalten entstehen.

Ist es in der Praxis überhaupt realistisch, Zimmer mit nur zwei Personen zu belegen? Zum Beispiel in den Wintermonaten, wenn unzählige Freizeitsportler mit Knochenbrüchen stationär behandelt werden müssen?
Nein, es ist nicht möglich, die vorhandenen Drei-Bett-Zimmer

Quelle: Garmisch-Partenkirchner Tagblatt 29.12.2010

nur noch mit mit zwei Patienten zu belegen. Dies würde eine Ausweitung unserer Zimmer-Kapazitäten erfordern. Die Drei-Bett-Zimmer-Situation wird von den Patienten grundsätzlich nicht als negativ empfunden. Wichtig ist hier die Ausstattung des Sanitärbereichs. Mit dem Bau des Südflügels haben wir insoweit schon erhebliche Verbesserungen erreicht. Der begonnene neue Sanierungsabschnitt wird auch im restlichen Bereich eine gute Situation bringen. Wir haben aber nicht vermehrte Wünsche von Patienten nach Zweit-Bett-Zimmern, sondern nach Ein-Bett-Zimmern.

Braucht das Klinikum denn nicht auch größere Zimmer, um mit den Ein- oder Zwei-Bett-Belegungen für die Privatpatienten Geld zu verdienen?
Es ist richtig, dass die Wahlleistungen „Bessere Unterkunft“ eine gewisse Einnahmequelle darstellt. Im Gegenzug entstehen aber auch höhere Kosten, zum Beispiel durch Investitionen, Instandhaltung, Heizung und Reinigung.