Krankenhaus -, 19.02.2010
URL: http://www.klinikum-gap.de/klinikum/projekt-alias.htm

Projekt alias


Klinikum Garmisch-Partenkirchen beteiligt sich an internationem Telemedizin-Projekt


Durch Vermittlung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Umwelt erhielt das Klinikum Garmisch-Partenkirchen die Möglichkeit, sich an dem EU-Projekt alias zu beteiligen. Die Projektbezeichnung ist ein Kunstwort und bedeutet ALpine Hospitals Networking for Improved Access to Telemedicine Services, also frei übersetzt, die Zusammenarbeit von Krankenhäusern im Alpenraum auf telemedizinischer Basis.

Teilnehmer des Projekts sind Krankenhäuser und Einrichtungen des Gesundheitswesens in Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich, Slowenien und der Schweiz. Die Eingrenzung auf den Alpenraum erklärt sich durch die Tatsache, dass durch die geringere Bevölkerungsdichte telemedizinische Zusammenarbeit noch mehr und früher wünschenswert ist als in Ballungsräumen. Grundsätzlich sind die Inhalte jedoch auf alle Regionen anwendbar.

Telemedizin bedeutet ganz allgemein die elektronische Übermittlung von Informationen im Rahmen eines Behandlungsprozesses. Zwei wichtige Möglichkeiten der Telemedizin sollen in diesem Projekt für die beteiligten Partner realisiert werden:

Die virtuelle Ambulanz bzw. die Möglichkeit auf elektronischem Weg eine Zweitmeinung einzuholen:
Dies bedeutet, dass ein Patient im Krankenhaus A mit einer Erkrankung, für die ein Experte im Krankenhaus B verfügbar wäre, nicht dorthin verlegt werden muss. Vielmehr besteht die Möglichkeit, mit Einverständnis des Patienten, die relevanten Teile seiner Behandlungsunterlagen (Röntgenbilder, Laborwerte, usw.) im Rahmen dieser Zusammenarbeit an Krankenhaus B zu senden und eine Behandlungsempfehlung zu erhalten. Dies kann schriftlich (vergleichbar mit E-Mails), telefonisch oder im Rahmen von Videokonferenzen erfolgen. Ebenso wäre es denkbar, dass niedergelassene Ärzte dieses System nutzen, um Anfragen an Experten im Krankenhaus zu stellen.

Der Zugriff auf Behandlungsunterlagen im Ausland:
Was in einigen europäischen Regionen bereits Realität ist, soll ab kommendem Jahr mit Einführung der elektronischen Gesundheitskarte auch in Deutschland aufgebaut werden – die Möglichkeit, mit Einverständnis des Patienten, Behandlungsunterlagen, welche an einem anderem Ort erstellt wurden, abzurufen. So wäre es dann beispielsweise möglich, im Krankenhaus A das EKG abzurufen, welches anlässlich eines früheren Besuches im Krankenhaus B angefertigt worden ist. Im Projekt alias wird dieser Ansatz internationalisiert, d.h. es soll ein Verfahren erarbeitet werden, mit dem ein solcher Informationsaustausch auch über nationale und regionale Grenzen sicher möglich ist.

Für das Klinikum Garmisch-Partenkirchen sind durch seine Lage im Grenzgebiet sicherlich beide Optionen interessant. Vor allem mit der virtuellen Ambulanz kann dabei auch die Zusammenarbeit mit bereits bestehenden Partnern verbessert werden.

Website: Alpine Space Programm - Projekt alias