Eine Ergänzung keine Konkurrenz
  Klinik Geschäftsführer Woflgang Türk (l.) und Chefarzt Dr. Rainer Wahl begrüßen die Hebammen (v.l.) Claudia Hindenburg und Pia Groitel |
GAP – Geschäftsführer Wolfgang Türk begrüßte gestern Vormittag Claudia
Hindenburg und Pia Groitel, die nun als Beleg-Hebammen am Klinikum tätig sind,
offiziell in Garmisch-Partenkirchen. Zu einem möglichen Zusammenhang mit einer
geplanten Übernahme des Penzberger Krankenhauses meint Türk: „Das ist unabhängig
davon. Egal was sonst noch passiert.“ Die Geburtshilfe in Penzberg sei Ende
September aufgelöst worden, und da liege es nahe dass sich die Hebammen
neu orientieren. „Wir haben mit ihnen Kontakt aufgenommen, und sie haben sich
für uns entschieden“, freut sich Türk. Eine Alternative wäre Starnberg gewesen,
auch aus Bad Tölz lag ein Angebot vor. Warum sich die beiden schließlich für das
Werdenfelser Land entschieden haben, beantwortet Groitel knapp: „Wegen der
Menschlichkeit.“ Und Hindenburg ergänzt: „Auch von Müttern hörten sie immer
wieder Positives. „Und einen richtigen Beleg-Vertrag zu haben – das gibt es
sonst südlich von München gar nicht“, erzählt Groitel begeistert.
Jeweils ein Baby auf die Welt gebracht haben die beiden auch schon. „Die
Kollegen im Kreißsaal sind sehr nett“, betont Groitel. Auch mit den sechs
hauseigenen Geburtshelferinnen gebe es keine Probleme. „Wir sind zuvor mit
unseren Hebammen in Diskussion gegangen“, er klärt Dr. Reiner Wahl, Leiter der
Geburtshilfe und Frauenheilkunde. Dadurch, dass Hindenburg und Groitel nicht
festangestellt sind, sondern freiberuflich arbeiten und ihre eigenen Klientinnen
mit ins Klinikum bringen, entstehen auch keine Konflikte. „Und es hat von der
menschlichen Seite einfach gestimmt“, freut sich Chefarzt Wahl. Dies ist
Hindenburg und Groitel ebenso wichtig. „Das spüren ja auch die Frauen, wenn das
nicht passen würden“, sagt Hindenburg. Und Groitel fügt hinzu: „Wir werden hier
als Ergänzung und nicht als Konkurrenz gesehen“. Zudem biete das Klinikum als
pränatales Zentrum die besten Vorraussetzungen für eine erfolgreiche
Zusammenarbeit. Hindenburg und Groitel ergänzen dieses Angebot nun sogar noch:
„Die beiden machen auch Hausgeburten“, verkündet Türk. Und bleiben in Penzberg
Ansprechpartner.
Auch Wahl ist glücklich über den Zuwachs. „Dadurch, dass es im Raum
Garmisch-Partenkirchen nicht so viele Geburten gibt, wie wir versorgen können,
haben wir Kapazitäten frei.“ Diese sollen nun mit Frauen aus Penzberg gefüllt
werden.
Quelle: Garmisch-Partenkirchner Tagblatt vom 19.10.2010
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