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Wie der Darm mit 6,5 Tonnen Gemüse fertig wird

"Gesundheit im Dialog": Ärzte informieren über das Thema Verdauung – Diskussion mit Publikum geplant

Neben dem Herz ist er einer der "Schwerarbeiter" im Körper. Schließlich muss er die Nahrung in Energie umwandeln: der Darm, der bei einem Erwachsenen zirka neun Meter lang ist und eine Innenfläche von 500 Quadratmetern aufweist. Davon abgesehen, dass im Jahr durchschnittlich 57000 Deutsche an Darmskrebs erkranken, gibt es auch eine Menge anderer Ärgernisse mit dem Organ. Deshalb steht auch die nächste Folge der Medizin-Info-Reihe "Gesundheit im Dialog" am Dienstag, 3. November, um 19.30 Uhr im Veranstaltungsraum der Spielbank unter dem Thema "Darmprobleme und Ernährung".
Drei heimische Ärzte werden nicht nur informieren, sondern auch mit den Zuhörern reden. Die Moderation übernimmt Dr. Stefan Nöldeke, Chefarzt der Gefäßchirurgie am Klinikum Garmisch-Partenkirchen. Seine drei Gäste: Professor Dr. Hans-Dieter Allescher, Chefarzt Zentrum für Innere Medizin, Dr. Hermann Kittstein, niedergelassener Internist und Dr. Bernadette Suttner, Internistin und Ernährungsexpertin im Klinikum. Der Abend wird aufgelockert mit Videofilmen und –bildern.
"Der Darm verarbeitet alles, was wir uns tagein, tagaus in den Mund schieben" erklärt Nöldeke, und Professor Allescher führt ins Detail: "Dabei filtert der Dünndarm erst einmal die Nährstoffe aus dem Speisebrei, und der Dickdarm kümmert sich um den Abtransport der Reste", weiß er.

"Das Verdauungsorgan lässt uns schnell spüren, wenn es mit seinem Job Schwierigkeiten hat, und wir fühlen uns wohl, wenn es die Nahrung locker verarbeiten kann."
Nahrung hat der Darm ja ganz schön viel zu bewältigen, erläutert Nöldeke: "Im Laufe des Lebens sind es beim Durchschnittsdeutschen 40 Schweine, 500 Hähnchen, 6,5 Tonnen Gemüse, 980 Kasten Bier, 90 000 Tassen Kaffee, insgesamt 30 Tonnen Essen verzehrt ein Mensch zeitlebens".
Wie schnell der Darm auf Essen reagiere, sehe man beispielsweise am Anstieg seiner Gasproduktion nach dem Genuss von Erbsen, Bohnen, Linsen oder Sauerkraut und an Beschwerden aufgrund bestimmter Fette, die obendrein Sodbrennen verursachen oder die Galle reizen, gibt Allescher zu bedenken: "25 Prozent der Bevölkerung haben jedenfalls funktionelle Darmbeschwerden, und 20 Prozent leiden unter chronischer Verstopfung." Warum dies zum großen Teil mit der Ernährung zu tun hat und wie diese aussehen sollte, das wollen die Mediziner mit Dr. Hermann Kittstein besprechen. Dazu gibt Dr. Bernadette Suttner Tipps und Regeln zu einer gesunden Ernährung. Sie will außerdem aufzeigen, welche Lebensmittel bei übermäßigem Genuss schaden können".
Der Eintritt ist frei, doch Interessierte müssen einen Personalausweis mitbringen, weil der Veranstaltungssaal in der Spielbank liegt.

Quelle: Garmisch-Partenkirchner Tagblatt, 31. Oktober 2009