Garmisch-Partenkirchen - Für seine Kollegen war Prof. Dr. Thomas Genz ein
"ruhender Pol, ein Fels in der Brandung, der extreme Sicherheit ausgestrahlt
hat", weiß Dr. Johann N. Meierhofer. Dass dieser "tolle Doktor mit enormer
fachlicher Kompetenz" nun im Alter von 62 Jahren den Kampf gegen sein
Krebsleiden verloren hat, bedauert der Ärztliche Direktor am Klinikum zutiefst.
Der Tod des Chefarztes der Abteilung Frauenheilkunde und Gynäkologie sei "ein
schmerzlicher Verlust für das ganze Haus", betont auch Geschäftsführer Wolfgang
Türk. Insbesondere im operativen Bereich – "er war einer der renommiertesten
onkologischen Chirurgen" – habe Genz das Krankenhaus, in dem er 1994 die
Nachfolge von Dr. Christian Strauss angetreten hatte, weit nach vorne gebracht,
sagt Meierhofer. "In seinem Fachgebiet war er ein absoluter Könner", bestätigt
Türk. Seine Patientinnen hätten ihn unglaublich geschätzt: "Er war sehr
einfühlsam, hat sich für jede einzelne viel Zeit genommen und ist individuell
auf jede Persönlichkeit eingegangen."
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Unter der Regie des gebürtigen Hochweizeners (Sachsen), der in Berlin und
Würzburg studiert hat, wurde das Klinikum als "Brustzentrum" ausgewiesen. "Das
Paket ist so geschnürt, dass für die Patientinnen alles vor Ort ist", hatte Genz
2006 dieses fachübergreifende Konzept erklärt. Den dreifachen Familienvater,
der zunächst an der Freien Universität Berlin, später an der
Ludwig-Maximilians-Universität in München einen Lehrauftrag hatte, schätzten
freilich nicht nur die Frauen, denen er im Kampf gegen den Krebs geholfen hat.
Auch diejenigen, deren Kinder er zur Welt brachte, schwärmen immer noch in
höchsten Tönen von ihm. "Er hat einfach großartige Arbeit geleistet", findet
Türk die Anerkennung für Genz nur gerechtfertigt. Dabei sei er äußerst präzise
vorgegangen, bescheinigt der Ärztliche Direktor seinem Kollegen, der "Nerven wie
Drahtseile" gehabt habe. Neben seiner Familie, die dem Professor
ausgesprochen wichtig war, habe er ein Faible für klassische Musik gehabt, weiß
Meierhofer. "Die paar Mal, die wir uns außerhalb des Klinikums begegnet sind,
waren in der Oper in München und einmal sogar in Berlin." |