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Schilddrüsen-Leiden: Was Chefärzte raten

Erfolgreiche Vortragsreihe "Gesundheit im Dialog" wird wiederbelegt – Auftakt am Dienstag

"Gesundheit im Dialog" die erfolgreiche Medizin-Vortragsreihe der Volkshochschule mit erstklassigen Fachleuten, läuft auch in diesem Jahr wieder an. Moderator wird Dr. Stefan Nöldeke, 48, sein. Er ist Chefarzt der Unfall- und Gefäßchirurgie im Klinikum. Nöldeke löst seinen früheren Krankenhauskollegen Dr. Martin Fleckenstein ab, der sich in Penzberg mit einer kardiologischen Praxis niedergelassen hat.
Die erste Veranstaltung findet am kommenden Dienstag, 8. April, um 19.30 Uhr im Musikpavillon der St.-Irmengard-Schule statt. Sie steht unter dem doppeldeutigen Titel "Überflüssig wie ein Kropf – Probleme mit der Schilddrüse?" Mit zwei Experten wird Nöldeke über die vielfältigen Erkrankungen dieses kleinen Organs unterhalb des Kehlkopfs sprechen: Privatdozent Dr. Holger Vogelsang, Chirurgie-Chefarzt im Klinikum, und dem ebenfalls dort praktizierenden Dr. Hermann Böhmer, Oberarzt im Zentrum für Innere Medizin.
Wie immer bei "Medizin im Dialog" wird das Ärzte-Trio erst leicht verständlich darüber reden, warum die Schilddrüse erkranken kann und wie man die Fehlfunktion diagnostiziert. Anschließend erhalten die Zuhörer Informationen über Vorbeugung und Therapiemöglichkeiten. Im zweiten Teil des

Abends werden dann Fragen aus dem Publikum behandelt.
"Ursache aller Schilddrüsenerkrankungen", so Nöldeke, "ist zu 95 Prozent Jodmangel, denn 50 Prozent der deutschen Bevölkerung bekommen zu wenig Jod." Ein Grund dafür sei, dass dieses Spurenelement sowohl in den landwirtschaftlichen Böden als auch im Wasser nur in geringer Dosis enthalten sei. Durch mehr Jodsalz oder auch, wenn man zweimal in der Woche Seefisch isst, könne der Patient dies ausgleichen. "Rund ein Drittel der Deutschen hat Probleme mit der Schilddrüse" erklärt Dr. Vogelsang. Die Erkrankungen erstrecken sich laut Vogelsang auf Gewebeveränderungen, die Kropf, Knoten und Tumore auslösen könne, sowie auf Funktionsstörungen. Während die Überfunktion zu Herzrasen, Gewichtsabnahme, Schwitzen, Zittern, Unruhe, Nervosität und Durchfall führe, komme es bei Unterfunktion zu Frieren, Gewichtszunahme, Müdigkeit, Depression, Haarverlust und trockener Haut bis zur Verstopfung.
Heuer will Nöldeke noch zweimal als Medizin-Moderator bei "Gesundheit im Dialog" wirken – auch mit niedergelassenen heimischen Ärzten: Im Juni geht es um Allergien, im September um Venenleiden.

Quelle: Garmisch-Partenkirchner Tagblatt, 3. April 2008, von Wolfgang Kaiser