Garmisch-Partenkirchen/Murnau - Der Hubschrauber mit dem lebensgefährlich
verletzten Unfallopfer an Bord kreist über die Stadt. Kein Krankenhaus will den
Verunglückten aufnehmen, angeblich sind alle Betten belegt. Ein solches Szenario
kennen Prof. Dr. Volker Bühren, Ärztlicher Direktor der Unfallklinik Murnau
(UKM) und Chefarzt der Unfallchirurgie, Dr. Peter Gutsfeld, Leitender Arzt am
Klinikum Garmisch-Partenkirchen, aus ihrem Wirkungskreis nicht. Trotzdem
begrüßen es beide, dass die Versorgung Schwerstverletzter nun bestmöglich
geregelt ist – und zwar 24 Stunden 365 Tage im Jahr. Der freiwillige
Zusammenschluss von 22 Kliniken im Süden von Oberbayern zu einem Traumanetzwerk
gewährleistet, dass dieses Ziel bestmöglich erreicht wird. Einer der
wichtigsten Punkte der Vereinbarung, die Vertreter der 22 Kliniken und der
Staatsregierung in München unterzeichnet haben, ist die unbedingte Pflicht der
überregionalen Zentren, Patienten mit lebensgefährlichen Verletzungen
aufzunehmen. Zu diesen Häusern zählen neben dem UKM die Kliniken der
Universität München und das Landeskrankenhaus Salzburg. Die
Garmisch-Partenkirchner Einrichtung gilt als regionales Zentrum
Quelle: Garmisch-Partenkirchner Tagblatt 21.12.2010 |
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,zu denen auch Traunstein und Kempten gehören. „Hier kann jeder Notfall
aufgenommen und erstversorgt werden“, erklärt Bühren. Als dritte Kategorie gibt
es lokale Zentren. Die Einstufung der Kliniken erfolgt über eine
Zertifizierung, die jede separat durchlaufen musste. „Um ins Traumanetzwerk
aufgenommen zu werden, gibt es feste Vorgaben“, verdeutlicht der Professor.
Neben dem Hubschrauberlandeplatz, dem Schockraum und dem Röntgenbereich werde
unter anderem die Alarmierungsliste unter die Lupe genommen. Diese Prozedur muss
jedes der beteiligten Krankenhäuser alle drei Jahre durchlaufen. Das Netzwerk
München-Oberbayern Süd ist in Bayern das dritte, das freigeschalten wurde;
bundesweit gibt es mittlerweile neun derartige Kooperationen. „Entscheidend ist,
dass Schwerverletzte optimal versorgt werden“, unterstreicht Gutsfeld. Im
Landkreis funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Garmisch-Partenkirchen und
Murnau hervorragend, ergänzt Bühren. „Bei uns musste nichts nachgebessert
werden.“ Durch den jüngst unterzeichneten Vertrag werde diese Kooperation
optimiert und auf eine breite Basis gestellt.
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