An dieser Demonstration beteiligten sich auch 30 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter des Klinikums Garmisch-Partenkirchen, angeführt durch den
Geschäftsführer Wolfgang Türk, Ärztlichen Direktor Dr. Johann Meierhofer und
Betriebsratsvorsitzender Johann Stemmer. Der Frust bei den Beschäftigten der
Krankenhäuser ist groß. "Weiterer Personalabbau und Einsparungen sind für uns
und unsere Patienten nicht mehr zumutbar", lautet eine der Botschaften aus dem
gemeinsam verabschiedeten Appell an die Bundesregierung. Der Appell war auf
einer "Gelben Karte" gedruckt, die die Klinikmitarbeiter symbolisch der
Bundesregierung zeigten. Insgesamt 16 verschiedene Verbände unterstützten die
Forderungen der Krankenhausmitarbeiter. Gewerkschaften, Arbeitgeber, Kommunale
Spitzenverbände, Kirchen, Ärzte- und Pflegeverbände sorgen damit für eine
bislang einmalige Allianz im bayerischen Gesundheitswesen. Die wirtschaftliche
Situation an den Krankenhäusern hat sich deutlich verschlechtert. Aufgrund der
vom Gesetzgeber |
 |
seit 15 Jahren verordneten "Deckelung" gibt es für den Krankenhausbereich
keine zusätzlichen Einnahmen. Der Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst vom
April kann deshalb nicht refinanziert werden. Geschäftsführer Wolfgang Türk
rechnete bereits Anfang Juni bei einem Gespräch mit dem Kreisboten vor, was der
Tarifabschluss allein für das Klinikum Garmisch-Partenkirchen bedeutet: "Auf uns
kommen Kosten in Höhe von 1,3 Millionen Euro im Jahr zu. Die Gegenfinanzierung
ist gleich Null, und zusätzlich steigen auch für unser Haus die
Energiekosten." Die bayerischen Krankenhäuser wiesen bei ihrem Aktionstag
auch auf eine weitere Seite hin. So sind die bayerischen Krankenhäuser mit über
150.000 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber. "Wir nehmen nicht länger
hin, dass unsere Arbeit nur als Kostenfaktor beklagt wird. Wir brauchen gesunde
Krankenhäuser, die ihre soziale, ethische und wirtschaftliche Verantwortung für
unsere Gesellschaft erfüllen können." |