Ärzte bewahren Mauricio und Alberto vor Beinamputation
Sie können wieder lachen und vor allem laufen: die beiden kleinen
angolanischen Patienten Mauricio Alfonso Hermenegildo (5) und der neunjährige
Alberto Edquelson. Zu verdanken haben sie das den Ärzten im Klinikum
Garmisch-Partenkirchen, wo sie insgesamt sechs Wochen lang behandelt wurden und
mehrfach am Unterschenkel operiert werden mussten.
Seit kurzem leben sie wieder im internationelen Friedensdorf in Oberhausen.
Jetzt wurden sie zur Abschlussuntersuchung noch einmal unter die Alpspitze
gebracht, bevor es Ende September wieder zurück in ihre afrikanische Heimat
geht. Die Ärzte sind mit der Heilung sehr zufrieden. "Beide Kinder wurden mit
einer Knochenentzündung bzw. - vereiterung eingeliefert, konnten nicht laufen
und hatten große Schmerzen", erklärt der Leitende Arzt der Unfallchirurgie und
Sportorthopädie, Dr. Peter Gutsfeld. "Zusätzlich waren sie an einer
antibiotika-resistenten Infektion erkrankt und mussten erst einmal in
Quarantäne".
Kinderkrankenschwester Marion und die Assistenzärztin Esther Schouten haben
die beiden Buben auf der Kinderstation betreut. Ihnen fällt der endgültige
Abschied von den liebenswerten Kindern mit den großen schwarzen Kulleraugen
besonders schwer. " Sie hatten so großes Heimweh, haben nur geweint und uns
nicht verstanden, denn sie sprechen nur portugiesisch", erzählt Schwester
Marion, die vom kleinen Mauricio stürmisch umarmt wird, während ihr der ältere
Alberto stolz seine rote Sonnenbrille zeigt. Doch trotz allem Trennungsschmerz:
Das gesamte Team ist froh, dass den kranken Kindern nicht nur geholfen, sondern
wahrscheinlich sogar ihr Leben gerettet werden konnte. "Ohne die rechtzeitigen
Operationen, die unser Spezialist für Knochenerkrankungen, Oberarzt Dr. Sven
Hungerer, durchgeführt hat, hätte man die betroffenen Beine amputieren müssen
beziehungsweise die Kinder wären an einer Blutvergiftug gestorben", weiß Dr.
Gutsfeld. Die Kosten für die Behandlung schätzt er auf ca. 40.000 Euro pro Kind.
"Mittel die aus dem Klinikums-Etat zur Verfügung gestellt wurden."
Seit 2004 wurden bereits acht Kinder aus der Dritten Welt kostenfrei in der
Auenstraße operiert und gesund entlassen. Sie haben jetzt wieder eine Chance im
Leben.
Quelle: Garmisch-Partenkirchner Tagblatt, 18. Juli 2010
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