Von einem bevorstehenden "Kraftakt" spricht der Landrat und
Aufsichtsratsvorsitzende Harald Kühn (CSU). Für ihn ist die Weiterentwicklung
des Klinikums Garmisch-Partenkirchen eine "historische Weichenstellung" – mit
drei Zielen, die Kühn, Geschäftsführer Wolfgang Türk und Ärztlicher Direktor Dr.
Johann Meierhofer zum Teil gleichzeitig erreichen wollen: Neubau einer
Rehabilitationsklinik für Orthopädie und für Geriatrie (Altersheilkunde), direkt
am Haus, Sanierung des bestehenden Bettenhauses als Bauabschnitt sieben in der
nahezu 20-jährigen Bauzeit sowie neue Schwerpunkte in der medizinischen
Versorgung.
Rehaklinik für zwei Fachbereiche Rund 100 Betten für die Orthopädie
und 35 Betten für die Geriatrie, mit einem Erweiterungsbau im Westen direkt an
das Haus angeschlossen: Damit betritt das Klinikum bundesweit Neuland. Für
Patienten eröffnet sich die Möglichkeit, nach der Operation und der
Akutbehandlung im Klinikum mit den bekannten Ärzte-Teams auch die Rehabilitation
umzusetzen. Sollten akut Krankheiten oder Komplikationen auftreten, sind die
Patienten gewissermaßen schon im Klinikum. Mit "mindestens 30 Millionen
Euro", rechnet Kühn für den Neubau. Mit staatlichen Förderungen kann der
Landkreis, im Gegensatz zu den Sanierungen, nicht rechnen. Alleine kann der
Kreis die Ausgaben nicht schultern. Daher soll noch in diesem Jahr eine
europaweite Ausschreibung des Projekts stattfinden. Das Ziel ist, einen Investor
zu finden. Ob ein Partner diese Rehaklinik erstellt und betreibt oder lediglich
das Gebäude errichtet und das Klinikum sie leitet, das sei völlig offen, erklärt
Türk. Er hofft wie Kühn und Meierhofer auf einen Baubeginn bereits Mitte 2011 –
parallel zum zweiten Teil der Sanierung des Bettenhauses.
Siebter Bauabschnitt beginnt im Frühjahr Bereits im April 2010 wird
der Landkreis mit dem siebten Bauabschnitt am Klinikum, der Sanierung des
Bettenhauses, |
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starten. In zweieinhalb Jahren soll zuerst der Ost- und dann der Westtrakt
des Gebäudes erneuert werden – ein schwieriges Unterfangen bei weiterhin
laufendem Betrieb. Kühn erwartet Kosten von 25 bis 30 Millionen Euro, der
genaue Betrag wird derzeit kalkuliert. Der Freistaat zahlt nach einem Beschluss
des Kabinetts 19,75 Millionen Euro. Während der Arbeiten sind jeweils rund 130
Betten in Ersatzbauten auszulagern. Das sind Fertig-Elemente, die eigens
aufgestellt werden. Bedenken zur Qualität in diesen provisorischen
Patientenzimmern versucht Türk zu zerstreuen: Sie sei zum Teil besser als in den
nicht sanierten Bettenhäusern derzeit. In dem Zuge soll das Klinikum einen
neuen Eingang in Form einer Halle bekommen: Die zieht sich entlang des gesamten
Gebäudes. Noch zu erarbeiten ist eine Lösung für die Parkplätze, auch in
Zusammenhang mit dem Erweiterungsbau. Bisher stehen nur Parkplätze an der
Oberfläche zur Verfügung.
Neue Schwerpunkte in der Medizin Mit den zwei Bauprojekten soll
eine neue Schwerpunktbildung in der medizinischen Versorgung einhergehen. Kühn
spricht von einer Ausweitung und Vertriefung; Meierhofer von einem notwenigen
Anpassungsprozess. Früher sei das Klinikum in Abteilungen aufgeteilt gewesen,
die Zukunft aber gehöre Zentren, erläutert der Ärztliche Direktor. Bereits heute
würden in Garmisch-Partenkirchen Mediziner unterschiedlicher Fachrichtungen in
Konferenzen über die Behandlung der Patienten diskutieren. Die Endoprothetik,
also der künstliche Ersatz von Hüft- und Kniegelenken, ist mit der endogap
Klinik bereits ein erfolgreicher Schwerpunkt. Der soll weiter ausgebaut werden,
vor allem bei Knieprothesen. Die Geriatrie soll mit einer eigenen Abteilung –
und der Reha-Klinik – ein neuer Schwerpunkt werden. Geplant sind zudem eine neue
Einheit "Ambulantes Operieren" mit zwei Sälen, eine Aufnahmeeinheit mit
umfangreicher Diagnostik und Raum für Arztpraxen von
Belegärzten. |