"Ist die Meike schon da?", wollen nicht nur die Mädchen und Buben, die das
Bett nicht verlassen dürfen, auf der Kinderstation 2 /4 des hiesigen Klinikums
immer wieder von den Schwestern wissen. Wenn diese mit einem fröhlichen "Hallo"
zu ihnen kommt, sind Schmerzen und Beschwerden gleich nicht mehr ganz so
schlimm. Die Erzieherin versteht es, sie abzulenken, zu beschäftigen, einfach
auch nur geduldig zuzuhören oder das Richtige zum Spielen oder Lesen aus dem
neuen Spielzimmer zu holen. Aber auch dort wird Meike Joachim schon
sehnsüchtig erwartet. Das Lego-Prinzessinnenhaus hat es der achtjährigen Sabrina
Herzig angetan, die Bauklötze der kleinen Leonie Hopf (3) und die beiden
neunjährigen Buben Linus Vetter und Felix Gschew stehen natürlich auf das
Fußball-Kickerspiel. Für Felix gestaltet sich das nicht so einfach, denn seine
Gehhilfen sind doch hinderlich, deshalb zieht er sich nach kurzer Zeit lieber
mit einem Buch in die neue Kuschelecke zurück. Das neue Spielzimmer – die
Kinderkrankenschwestern haben dafür extra ihren großen Geräteraum gegen ein
kleineres Zimmer getauscht – ist der Stolz der Station. "Die Klinikhandwerker,
vor allem unser Schreiner Walter Oswald, haben hier vieles selbst gemacht", lobt
die 37-jährige die Unterstützung seitens des Klinikums. Spielzeug und Material
konnten mittels Spenden, die Chefarzt Dr. Rolf Morhart immer wieder erhält,
gekauft werden. |
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"Der Klinikaufenthalt kann den kleinen Patienten so etwas erleichtert
werden", ist sich Joachim sicher. Seit dem Umzug der Allgemeinpädiatrie von der
Gehfeldstraße ins Klinikum gehört sie dem Ärzte- und Schwesternteam an. "Sie ist
uns eine große Stütze", lobt Oberärztin Annette Meidert die junge
Frau. Diese, selbst Mutter zweiter Kinder, Tochter Laura ist 13, Sohn Adrian
acht Jahre alt – kam 1991 nach Oberammergau. Mit Abschlüssen als
Grundschullehrerin und Erzieherin, Heim- und Kindergartenerfahrung bewarb sie
sich um die Stelle und fühlte sich sofort wohl: "Ich gehe jeden Tag gern zur
Arbeit, zufrieden nach Hause und lerne ständig dazu". Auch wenn ihr Job, bei dem
sie sich ständig auf neue Kinder einstellen und viel Leid mittragen muss, oft
eine psychische Belastung ist, überwiegt, "dass so vieles von Kindern und Eltern
zurück kommt und im Team das Arbeitsklima stimmt". Rückhalt erfährt in der
eigenen Familie und Ausgleich verschafft sie sich durch Sport, vor allem
Schwimmen. Ganz oben bei den Freizeitbeschäftigungen steht aber das Malen. Auch
die Wände im Klinikum sind davon nicht "verschont". Am liebsten malt Joachim
aber mit den kleinen Patienten, und viele von ihnen gehen dann nicht nur wieder
gesund, sondern auch mit einem schönen Bild nach Hause. |