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Marie-Luise Müller: Neue Pflegedirektorin im Klinikum - Eine Frau mit vielen Facetten


Als Beraterin kam sie ursprünglich ans Klinikum Garmisch-Partenkirchen und war sehr schnell vom Team, aber auch vom Werdenfelser Land derart begeistert, dass sie blieb: Marie-Luise Müller ist die neue Pflegedirektorin an der Auenstraße.

"Hier stimmen für mich die Dinge, wie sich die Geschäftsführung strategisch für die Zukunft positioniert", erklärt Müller, die mittlerweile seit zwei Wochen in Grainau wohnt. "Wenn ich abends das Klinikum verlasse, bin ich immer begeistert, dass ich da arbeiten darf wo andere Urlaub machen." Ihr Engagement am hiesigen Krankenhaus ist kein Vollzeit-Job: "Etwa ein Drittel ihrer Leistungsfähigkeit stellt sie uns zur Verfügung", sagt Klinikums-Geschäftsführer Wolfgang Türk. Nachdem Müller allerdings über enorme Kapazitäten verfüge, "entspricht das sozusagen einer vollwertigen Leistung".

Aber auch in ihren übrigen Funktionen nützt die gelernte Krankenschwester, die zudem 20 Jahre Vorstandsmitglied der Dr.-Horst-Schmidt-Klinik in Wiesbaden war, dem Klinikum. "Mit Frau Müller haben wir die großartige Situation, dass sie an den Schalthebeln der Macht sitzt", denkt Türk daran, dass seine neue Kollegin Präsidentin des Deutsches Pflegerats ist. Zudem fungiert die gebürtige Tübingerin als Unternehmerin: "2002 habe ich mich selbständig gemacht und die Deutsche PatientenHotel GmbH aufgebaut." In dieser Funktion berät sie auch Krankenhäuser wie das Garmisch-Partenkirchner, die sich fit für die Zukunft machen wollen. "Die Pflege ist eine der tragenden Säulen der Kliniken", unterstreicht Müller. Dabei lässt sie aber auch die organisatorische Seite zur Gesundheitswirtschaft nicht außer Acht. Neben einer prozessintegrierten Pflege, ausgerichtet auf die Bedürfnisse der Patienten, legt Müller großen Wert auf die Weiterbildung der Mitarbeiter. "Daher starten wir hier im Haus eine Bildungsoffensive", kündigt sie an. "Wir ziehen da an einem Strang", unterstützt sie Türk.

Zwar koste dieses Vorhaben einiges, die Investition lohne sich jedoch unbedingt: "Unsere Mitarbeiter sind schließlich unser Kapital".
Nachdem die rund 340 Pflegerkräfte und 110 Kollegen im Funktionsdienst, das heißt Operationsbereich, Anästhesie et cetera, Müller schon von ihrer Beratungstätigkeit kannten, sei ihr der Einstand nicht schwer gefallen. "Ich wurde von allen Seiten positiv aufgenommen, alle sind sehr offen." Wenn sie vor Ort ist, sei ihr Tag zu 90 Prozent mit Mitarbeitergesprächen ausgefüllt, "so schaffe ich eine Vertrauensbasis, auf die dann natürlich Taten folgen müssen". Langfristig schwebt ihr vor, den Stationsleitungen mehr Kompetenz zu geben. "Das geht nicht von heute auf morgen", aber ich möchte gerne flache Hierarchien", erklärt sie das Modell, von dem sie sich mehr Effizienz verspricht. Außerdem werde diskutiert, wie die Aufgabenstellung zwischen Ärzten und Pflegekräften künftig abgegrenzt werden, "damit die Rädchen besser funktionieren". Über allen steht für Marie-Luise Müller der Patient, an dessen Bedürfnissen sich der Ablauf im Krankenhaus orientieren soll.

Quelle: Garmisch-Partenkirchner Tagblatt, 12. August 2008