Viele Gäste hatten sich eingefunden, um dem offiziellen Festakt zum
40jährigen Jubiläum des Klinikums Garmisch-Partenkirchen beizuwohnen. Der
avisierte Umwelt- und Gesundheitsminister Markus Söder ließ sich entschuldigen
und schickte mit Staatssekretärin Melanie Huml eine charmante Vertretung in die
Aula des Werdenfels-Gymnasiums. Neben den Chefärzten des Klinikums waren
Vertreter der Kooperationspartners der Unfallklinik Murnau, aller weiteren
Kliniken des Landkreises, Vertreter der Sozialdienste, der Krankenkassen sowie
Kreisräte und Bürgermeister der Landkreisgemeinden zum Festakt gekommen. Landrat
Harald Kühn ließ die wichtigsten Etappen Revue passieren: Vom 1968 gegründeten
Kreiskrankenhaus bis zum heutigen "Zentrum unserer Gesundheitsregion" waren
viele Stationen und so manche Hürde zu nehmen. Neben dem Aufbau der Klinik, den
umfangreichen Sanierungsarbeiten, der medizinischen Spezialisierung innerhalb
des Hauses, prägten auch immer politische Entscheidungen die Weiterentwicklung
der Einrichtung. Die Gründung des damaligen Kreiskrankenhauses bedeutete die
Auflösung von fünf kleinen Krankenhäusern im Landkreis; auch die fortlaufenden
Investitionen sorgten nicht selten für Kritik. Heute – so führte der Landrat
weiter aus – zeige sich, dass die stetige bauliche Entwicklung des Hauses den
Grundstein zur Wettbewerbsfähigkeit legte. Gleichzeitig mit dem Jubiläum konnte
der 6. Bauabschnitt vollendet werden. Großer Dank wurde hier dem Freistaat
gezollt, ohne dessen finanzielle Förderung das Klinikum Garmisch-Partenkirchen
heute nicht so gut aufgestellt wäre. Das Lob nahm Gesundheitsstaatssekretärin
Huml gern entgegen, auch versprach sie, sich dafür einzusetzen, dass der
geplante 7. Bauabschnitt als zuschussfähig eingestuft wird. Sie gratulierte (wie
zuvor schon der Landrat) allen Beschäftigten und Angestellten, dem pflegerischen
und medizinischen Personal und nicht zuletzt den Entscheidungsträgern zur
40jährigen Erfolgsgeschichte des Klinikums.
Das Klinikum Garmisch-Partenkirchen hat sich in vier Jahrzehnten zum "Zentrum
unserer Gesundheitsregion" entwickelt – das hob Landrat Harald Kühn in seiner
Ansprache zum Festakt hervor. Eindrucksvolle Zahlen belegen das: Heute sind 1077
Mitarbeiter am Klinikum beschäftigt; 177 Ärzte und 12 Chefärzte sorgen sich um
das Wohl der Patienten; 17 Fachdisziplinen werden angeboten; 500 Patientenbetten
stehen zur Verfügung. Das Klinikum Garmisch-Partenkirchen hat sich in 40
Jahren zum größten Arbeitgeber des Kreisortes entwickelt und ist nach der
Unfallklinik Murnau zweitgrößter Arbeitgeber im Landkreis. "Im
Gesundheitsbereich sind heute bereits mehr Menschen beschäftigt, als in der
Tourismusbranche", stellte Kühn fest. |
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Weitreichende Weichenstellungen haben diesen Erfolg begründet – darauf ging
Staatssekretärin Melanie Huml näher ein. Neben der fächendeckenden medizinischen
Versorgung der Bevölkerung in der Region habe das Klinikum frühzeitig auf
Spezialisierung gesetzt. Das eindruckvollste Beispiel hier ist die
endogap-Klinik, die ebenso wie die Kinderklinik ins Haus eingebunden ist. Ein
richtiger Schritt sei zudem die Eröffnung der Psychiatrischen Klinik in
Garmisch-Partenkirchen gewesen. Viel Kritik hatte es seinerzeit im Vorfeld
dieser Entscheidung gegeben – die 100prozentige Auslastung der Betten zeigt, wie
hoch der Bedarf hier in der Region ist", das stellte Josef Mederer, der
Präsident des Bezirkstags von Oberbayern in seinem Grußwort heraus. Durch die
Angliederung der Psychiatrischen Abteilung der Lech-Manfall-Kliniken ans
Klinikum Garmisch-Partenkirchen sei zudem eine "Entstigmatisierung"
gelungen. Als Meilenstein wurde von allen Rednern die Kooperation mit der
Unfallklinik Murnau gelobt, die beispielgebend und deutschlandweit einzigartig
ist. Der Geschäftsführer der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Murnau, Dr.
Peter Schmidt, gratulierte dem Kooperationspartner zum "sanierten Outfit'" und
untermauerte, dass beide Partner trotz unterschiedlicher Aufgabenstellung und
trotz unterschiedlicher Finanzierung zusammengefunden haben: "Wir ergänzen uns
beispielgebend", sagte Schmidt.
Dass das Klinikum Garmisch-Partenkirchen einen guten Ruf auch als Lehrbetrieb
genießt, das machte der ehem. Dekan der Medizinischen Fakultät der
Ludwig-Maximilians-Universität, Prof. Dr. Dr. Klaus Peter, deutlich. Angesichts
von Spezialisierung und Technisierung müsse sich auch die Wissensvermittlung in
der Medizin wandeln. "Heutige Studenten müssen mehr lernen als je zuvor. Deshalb
brauchen wir Partner wie das Klinikum Garmisch-Partenkirchen, wo die Studenten
in kleinen Gruppen interaktiv lernen können, was die Medizin tatsächlich
ausmacht." Der Professor hatte sogar eine Benotung für das Klinikum parat, denn
die Studenten bewerten jeweils den "Lehrbetrieb". Bei einer Skala von 1 (sehr
gut) bis 6 (sehr schlecht) erhielten die Garmisch-Partenkirchner eine 2,0 als
schlechteste Note und eine 1,07 als beste Note. Nach den Grußworten stellte
Christine Gaupp das Klinikum im Interview vor und ließ den Ärztlichen Direktor
Dr. Johann Meierhofer, seinen Stellvertreter Prof. Dr. Hans-Dieter Allescher,
Chefarzt Dr. Holm Schlemmer, Pflegedirektorin Marie-Luise Müller und
Betriebsratsvorsitzender Johann Stemmer zu Wort kommen. Musikalisch umrahmt
wurde der Festakt von Edi Schönach und nach dem offiziellen Teil überzeugten
sich die Festgäste gern noch von der kulinarischen Leistungsfähigkeit der
Klinikumsküche. |