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Der März gilt zwar als Frühlingsmonat – doch Mediziner haben ihn zum
"Darmkrebsmonat" ausgerufen. Sie wollen erneut darauf hinweisen, dass gerade
diese Art der Erkrankung, die in Deutschland jedes Jahr bei etwa 66.000 Menschen
diagnostiziert wird, zu fast 100 Prozent heilbar wäre, würde sie rechtzeitig
bemerkt. Durch mangelnde Früherkennung aber sterben jährlich 30.000 Patienten
daran.
Dem Darmkrebs widmete jetzt auch das Zentrum für Innere Medizin im Klinikum
Garmisch-Partenkirchen sein "49. Werdenfelser Medizinisches Kolloquium", bei dem
an die 60 hiesige Mediziner Vorträge mit neuesten Erkenntnissen über eine
besondere Form der Krebserkrankung hörten: Chefarzt Prof. Dr. Hans-Dieter
Allescher (Gastroenterologe und Internist), Chefarzt Privatdozent Dr. Helmut
Vogelsang (Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurg) sowie die Münchner
Privatdozentin Dr. Elke Holinski-Feder vom Medizinisch-genetischen Zentrum
referierten über die familiäre Tumordisposition, also über den vererbbaren
Magen- oder Darmkrebs. "Immerhin", erklärte Allescher, "resultieren etwa 25
Prozent aller Darmkrebsfälle, auch schon in jungen Jahren, daraus, dass in der
Familie bei Verwandten ersten Grades bereits Fälle von Darmkrebs oder
Darmpolypen aufgetreten sind." "Bei den meisten dieser Fälle", sagte
Vogelsang, "handle es sich um das "HNPCC", das "hereditäre kolorektale Karzinom
ohne Polyposis", zu deutsch vererbter Dickdarmkrebs mit nur einzelnen
Polypen. Die familiär bedingte Entwicklung des Magenkrebses, berichtete
Vogelsang als international renommierter Experte, sei zwar erwiesen, aber noch
nicht so |
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weitgehend erforscht wie jene des Darmkrebses. Grund für die Vererblichkeit,
berichteten die drei Fachleute in ihren mit neuesten Forschungs- und
Statistik-Details untermauerten Vorträgen, seien Mutationen, also Veränderungen
in den von Vater und Mutter ererbten Genen beziehungsweise in den
"DNA-Reparaturen". Einfach ausgedrückt: Wenn diese wegen Mutation nicht mehr
richtig arbeiten, also eine gestörte DNS-Zellteilung nicht mehr reparieren
können, dann kann es zu Krebs kommen. Neben dem Darmkrebs könne derlei Vererbung
auch zu Gebärmutter-, Magen-, Dünndarm- und sogar Leberkrebs führen. In den
Referaten behandelten die drei Mediziner unter anderem auch molekularbiologische
Begriffe, gaben allerdings auch sehr praktische Früherkennungs-Hinweise:
Wenn in einer Familie ein erhöhtes Risiko besteht, sollte man sich an einen
Facharzt, am beten einen Gastroenterologen wenden, um die Problematik zu
besprechen. Notwendig sei in diesem Zusammenhang auch eine "Familienanamnese",
das heißt, die Ermittlung, wer in der Familie schon Krebserkrankungen gehabt
habe und welche. Notwendig verbunden sei damit auch eine Darmspiegelung, bei
Familienangehörigen in Erblinie sogar schon ab dem 25. Lebensjahr. Das
Verbundprojekt "Familiärer Dickdarmkrebs" der Deutschen Krebsgesellschaft
(www.hnpcc.de), die Felix-Burda-Stiftung (www.darmkrebs.de) und die Stiftung
Früherkennung Darmkrebs (www.lebensblicke.de) geben auf ihren Internetseiten
weitere Informationen. – Wolfgang Kaiser |