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Abteilung für Gefäßchirurgie - Vaskuläre und endovaskuläre Chirurgie - Venenzentrum
Gefäßdiagnostik

Am Anfang steht die ausführliche Befragung des Patienten und die körperliche Untersuchung. Es werden jedoch in zunehmenden Maße auch technische Untersuchungen eingesetzt, bei denen zunächst nicht-invasive (ohne in den Körper einzudringende) Methoden eingesetzt werden. Hierzu gehört in erster Linie der Ultraschall.

Doppler-Sonographie

Das Untersuchungsverfahren beruht auf dem so genannten Doppler-Effekt. Dabei sendet ein Schallkopf Ultraschallwellen einer bestimmten Frequenz aus, die von einer sich bewegenden Fläche, also zum Beispiel fließendem Blut, in veränderter Frequenz zurückgespiegelt werden. Daraus lassen sich Informationen über Richtung und Fließgeschwindigkeit des Blutes ableiten. Mit dieser Art Ultraschall ist man in der Lage, auch in kleinen Gefäßen das Strömungsverhalten zu beurteilen und mit Hilfe kleinerer Tests Aussagen über eventuelle Erkrankungen des Gefäßsystems zu treffen.

Duplex-Sonographie

Bei der Farbdoppler-Sonographie werden örtliche Flussgeschwindigkeiten mit einem B-Bild überlagert. Man erhält Informationen zur Flussrichtung und Strömungsgeschwindigkeit (qualitativ). In der Duplex-Sonographie wird die Doppler-Frequenzverschiebung als Maß für die Flussgeschwindigkeit (und Flussrichtung) genutzt. Ultraschalluntersuchungen sind nicht-invasiv und schnell durchführbar. Neben der guten Beurteilung aller Organe des Bauchraumes, der Gefäße des Halses und der Extremitäten können damit auch Aussagen über das Flussverhalten des Blutes gemacht werden. Vorbereitungen sind keine notwendig. Sollte in Ihrem Fall eine Untersuchung des Bauchraumes und seiner Gefäße vorgesehen sein, bitten wir Sie nüchtern zur Untersuchung zu erscheinen.





Sonographie-Referenzzentrum
Das Klinikum Garmisch-Partenkirchen ist seit 1.1.2007 personengebunden an den Chefarzt der Gefässchirurgie (Dr. Stefan Nöldeke) Ausbildungs- und Referenzzentrum der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGC)  und Kompetenzzentrum der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM). Es werden die modernsten Verfahren der Doppler- und Duplexsonographie inklusive Farbdoppler, Powerdoppler und digitaler Subtraktionsverfahren angeboten. Chefarzt Dr. Stefan Nöldeke ist Ausbildungs- und Seminarleiter der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM), und als Leiter der Sektion Chirurgie (seit 2004) sowie als Sekretär (seit 2008) im Vorstand der DEGUM.  Allen ambulanten und stationären Patienten des Klinikums Garmisch Grund wird fachübergreifend (mit der Abteilung für Innere Medizin/Kardiologie) personell und apparativ eine qualitativ sehr hochwertige diagnostische Untersuchungsmöglichkeit  auf dem Gebiet der Sonographie bzw. Angiologie angeboten.


Angiographie
Diese Untersuchung ist eine Röntgenuntersuchung mit Hilfe von Kontrastmittel. Das Kontrastmittel wird in das Gefäßsystem injiziert und alle Arterien (Schlagadern) zum Beispiel des Kopfes (siehe Bild) oder der Beine sichtbar gemacht. Um das Kontrastmittel in das Gefäßsystem einbringen zu können, muss dieses punktiert und ein dünner Katheter eingebracht werden. Dies kann sowohl über die Leiste als auch über den Arm geschehen. Die Entscheidung, welcher der geeignetste Weg in Ihrem Falle ist, trifft der Arzt gemeinsam mit Ihnen. Zur Vorbereitungen sind bestimmte Blutuntersuchungen (Gerinnung, Nierenfunktionswerte, Schilddrüsenwerte, Elektrolyte) notwendig. Diese Laboruntersuchungen können von Ihrem Hausarzt (außer im Notfall) vor der geplanten Untersuchung durchgeführt werden.

Computertomographie (CT)

Die Computertomographie ist ein Röntgenverfahren, welches mittels speziellem Geräteaufbau und einem leistungsfähigen Computer in der Lage ist, Teile des menschlichen Körpers in feinste Scheiben zu "zerschneiden" (linkes Bild) und diese, wenn gewünscht, in einem dreidimensionalen Bild (rechtes Bild) wieder zusammenzufügen. Es können mit dieser Untersuchung auch sehr kleine Strukturen gut beurteilt werden. Um bestimmte Fragen beantworten zu können, ist es notwendig, die Untersuchung mit in die Venen eingespritztem Kontrastmittel durchzuführen.



CT-Angiographie (CTA)
Vielschicht-Multislice-CT der relevanten Gefäßregionen während schneller intravenöser Injektion eines jodhaltigen Kontrastmittels. Übersichtliche Darstellung des Gefäßbaums und der Gefäßpathologie mit dreidimensionaler Darstellung in jeder gewünschten Projektion.



Magnetresonanztomographie (MRT, auch Kernspintomographie)

Dies ist das jüngste aller hier aufgeführten diagnostischen Verfahren. Mittels eines künstlich erzeugten starken Magnetfeldes werden kleinste Atome zum "Schwingen" angeregt und anschließend die Energie beim "Zurückschwingen" zur Auswertung gebracht. Dadurch können, ähnlich dem CT, bestimmte Regionen des Körpers in Schnittbildern (rechtes Bild)sehr gut beurteilt werden. Ein Vorteil, dieses nicht bei jeder Fragestellung einsetzbaren und noch sehr teuren Verfahrens, ist der Verzicht auf Röntgenstrahlen. Patienten mit Implantaten aus Metall und Herzschrittmacherträger können jedoch nicht mit dieser Methode untersucht werden. Auch diese Methode kann zur Untersuchung von Gefäßen, mit Kontrastmittel durchgeführt werden. Eine dreidimensionale Darstellung der Gefäße ist möglich (linkes Bild).



MR-Angiographie (MRA)
Bei allen mit Flüssigkeit gefüllten Gefäßen (auch Blutgefäße in Kopf, Hals und Nieren) ermöglicht die Kernspintomographie eine exakte Beurteilung ist daher eine ideale Diagnosemethode. Alle Arterien können dreidimensional und damit in allen Ebenen auf Verengungen oder Verschlüsse ohne Strahlenexposition und ohne die Risiken der jodhaltigen Röntgenkontrastmittel untersucht werden. Eine solche spezielle Untersuchung wird MR-Angiographie (MRA) genannt. Die diagnostische Qualität der früher üblichen DSA (Digitale Subtraktions-Angiographie mit Röntgenstrahlen) ist mittlerweile durch die MR-Angiographie erreicht.

 


MRT, MR-Angiographie,

hochgradige Stenose der Carotisgabel

MRT, MR-Angiographie der Becken-Bein-Arterien, Arteriosklerose


Welche Alternative für den Patienten am günstigsten ist, wird von Fall zu Fall entschieden und ist unter anderem davon abhängig, welche Blutgefäße untersucht werden müssen.
Ob und welche Untersuchung im Einzelfall erforderlich ist, kann nach Vorstellung in unserer Ambulanz, ggf. nach vorheriger Rücksprache mit dem Haus- oder Facharzt entschieden werden.

In Anlehnung an die Patienteninformation der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie.