Angst und Ungewissheit machen sich breit, wenn ein Tumor diagnostiziert
wurde. Es beginnt ein Kampf, der psychologisch und körperlich an den Kräften
zehrt. Um die Patienten medizinisch und psychologisch möglichst effizient zu
begleiten, errichtete das Klinikum Garmisch-Partenkirchen im Jahr 2007 das
Onkologische Zentrum Oberland. Darin bringt das Krankenhaus Mediziner aus rund
15 Fachbereichen zusammen. Das Kernstück ist ein Tumorboard, in dem sich
Experten der Neurochirurgie und der Plastischen Chirurgie aus Murnau, Partner
der Ludwig-Maximilians-Universität und der Technischen Universität München sowie
die jeweiligen Hausärzte austauschen. Gemeinsam besprechen sie den
Krankheitsverlauf jedes Patienten und legen damit ein einheitliches und
fachübergreifendes Therapie-Konzept fest. "Einer alleine schafft das nicht",
betont Dr. Helmut Lambertz, Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin,
Hämatologie und Onkologie am hiesigen Klinikum. Eine erfolgreiche Therapie sei
nur mit einem Behandlungsteam möglich, das auf ein Ziel hinarbeite. So wie
bei Brigitte Lüft. In einer 13-stündigen Operation, in dem eine Ärzte-Gruppe aus
Murnau und Garmisch-Partenkirchen zusammenarbeitete, entfernten sie bei der
56-jährigen einen Tumor aus dem linken Oberarm und retteten ihn so vor der
Amputation. Dabei wendeten sie ein sehr seltenes Verfahren an. "Ich hab´ immer
daran geglaubt, dass der Arm dran bleibt", sagt Lüft. "Das sei aber erst durch
die Bündelung von Fachwissen und vieler Kompetenzen möglich gewesen", fügt
Lambertz hinzu. |
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Psychologische Betreuung und Aufklärung wichtig Fachübergreifendes
Know-how rettete auch das Leben von Georg Fally. Bei dem Bodenleger, der häufig
mit Asbest in Kontakt kam, wurden 1990 bösartige Krebszellen im Nierengewebe und
in einem Lymphknoten gefunden. Dieser musste, ebenso wie eine Niere, im Klinikum
entfernt werden. 2008 kam dann der Rückschlag: Metastasen in der Lunge.
Insgesamt 18 Stück wurden entfernt. Fally erhält seitdem eine neuartige
Therapie, die mehrere Ärzte der Palliativmedizin und der Onkologie betreuen.
"Ich fühle mich hier sehr gut aufgehoben", sagt er. "Es ist auch immer jemand
da, mit dem man sprechen kann." Zur psychologischen Betreuung der Kranken
wurde mit Dr. Matthias Glück vor zwei Jahren ein Psycho-Onkologe in das Zentrum
aufgenommen. Denn "im Vordergrund steht auch, was die Patienten wollen",
erläutert Dr. Holger Vogelsang. Chefarzt der Allgemeinchirurgie. Für die
Erkrankten steht Aufklärung neben psychologischer Betreuung an oberster Stelle.
Die hat auch Maria Böttner in Anspruch genommen. Bei ihr wurde der Dick- und
Enddarm mit zahlreichen Polypen entfernt. Durch einen Gen-Defekt können diese
allerdings an anderer Stelle wieder auftreten. Sie Vertraut den Ärzten im
onkologischen Zentrum. "Ich weiß, dass sie das wieder hinbekommen
werden." |