Ein künstliches Hüftgelenk gab Landrat Harald Kühn gestern
Gesundheits-Staatssekretärin Melanie Huml mit auf den Weg. Dieses solle sie doch
an Minister Markus Söder weitergeben, "um ihn daran zu erinnern, auch künftig
einen stabilen, aufrechten Gang bei der Gesundheitspolitik einzuschlagen".
Ersatzteile gebe es mittlerweile für fast alle Körperteile, unkte Kühn am
Nachmittag beim Festakt zum 40-jährigen Bestehen des Klinikums
Garmisch-Partenkirchen und zum Abschluss des sechsten Bauabschnitts. Sollte
Söder, der kurzfristig hatte absagen müssen, in die Knie gezwungen werden oder
sollte ihm Rückgrat fehlen, könnten die hiesigen Ärzte ihm sicher weiterhelfen.
Positiv wertete der Landrat, dass Huml sofort ihre Bereitschaft signalisiert
hatte, das Haus bei der schnellen Realisierung des anstehenden siebten
Bauabschnitts zu unterstützen. Seit der Eröffnung des Kreiskrankenhauses, wie
es bis 1999 hieß, sei die Einrichtung ständig erweitert und erneuert worden,
erklärte Kühn. "Gott sei Dank. Heutzutage könnten wir all das in einem Zug nie
mehr nachholen und wären nicht mehr wettbewerbsfähig." Wie richtig dieses
Vorgehen war, bestätigten auch die zahlreichen Festredner: Mit dem sechsten
Bauabschnitt, zu dem unter anderem die Sanierung der Operations-Säle gehörte,
sei ein weiterer Meilenstein erreicht, unterstrich Huml. "Die Mühen haben sich
gelohnt, das Klinikum wurde erneut in seiner Leistungsfähigkeit gestärkt."
Mittlerweile habe das Krankenhaus in den wichtigsten Disziplinen das Niveau der
Maximalversorgung erreicht, freute sich Kühn. Dazu zählt er auch die 2007
eingegangene Kooperation mit der Unfallklinik Murnau. "Der Landkreis mit
seiner optimalen Versorgung kann sich |
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schon heute Gesundheitsregion nennen", meinte Kühn. Diesen Schwerpunkt gelte
es weiterzuentwickeln. Dort erkannte auch Huml Wachstumspotenzial. "Schon jetzt
sind im Landkreis mehr Menschen im Bereich Gesundheitswirtschaft beschäftigt als
im Tourismus." Darauf zu setzen, bedeute auf die Zukunft zu setzen. Die
Entwicklung der vergangenen 40 Jahre belegte Geschäftsführer Wolfgang Türk mit
Zahlen: 516165 Patienten wurden seither stationär versorgt, rund eine Million
ambulant. Die Verweildauer ist von 19,9 im Jahr 19969 auf durchschnittlich 7,09
Tage gesunken. Die Zahl der Mitarbeiter stieg dagegen von 260 auf 1077, wovon
177 Ärzte (früher: 30) und 411 Pflegekräfte (107) sind. Der jährliche Etat des
Klinikums entwickelte sich derweil von 4,76 auf 93,1 Millionen Euro. Die
Erfolgsgeschichte des Hauses erklärte Ärztlicher Direktor Dr. Johann N.
Meierhofer damit, "dass die richtigen Entscheidungen zur richtigen Zeit
getroffen wurden". Bleibe das Klinikum diesem Kurs treu, sei es auch für die
Zukunft bestens gerüstet. Nicht nur Meierhofer und seine Kollegen, auch
angehende Mediziner schätzten das Haus an der Auenstraße, das seit mittlerweile
30 Jahre als Lehrkrankenhaus fungiert, verriet Professor Dr. Peter, ehemaliger
Dekan der medizinischen Fakultät an der Ludwig-Maximilians-Universität. "Das
Klinikum ist sehr gut angesehen." Die Studenten hätten es unter den Lehrstätten
zwischen Kiel und Garmisch-Partenkirchen mit Noten zwischen 1,07 und 2,0
bewertet. "Es wurde nur von einer Klinik ganz knapp getoppt. Machen Sie also
weiter so, offensichtlich sind Sie auf dem richtigen Weg." |