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Kinderklinik
Kindernotarzt Garmisch-Partenkirchen

Mit der Integration der akutmedizinischen Abteilungen der Kinderklinik in das Klinikum Garmisch konnte am 1. Januar 2005 in Garmisch-Partenkirchen ein Kindernotarztdienst ins Leben gerufen werden. Diese Einrichtung ist neben München und Coburg der dritte Service dieser Art in Bayern.

Besetzung, Alarmierung, Organisation:
Der Kindernotarztdienst wird durch Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin, die darüber hinaus über spezielle notfallmedizinische Kenntnisse („Fachkunde Rettungsdienst“ bzw. Zusatzbezeichnung „Notfallmedizin“) verfügen, betreut. Es ist gelungen, an den Werktagen von 08:00 bis 19:00 Uhr eine Bereitschaft vorzuhalten. Die Wochenend- und Nachtstunden sind nicht vollständig alarmsicher abgedeckt, werden jedoch teilweise in Privatinitiative der teilnehmenden Ärzte auf Anfrage der Rettungsleitstelle zusätzlich betreut.

Die Alarmierung des Kinderarztes erfolgt unabhängig vom Krankheitsbild bei allen im Zuständigkeitsbereich des Notarzt-Standortes Garmisch-Partenkirchen auflaufenden Einsätzen, die Patienten jünger als 14 Jahre betreffen. Gemeinsam mit dem regulären diensthabenden Notarzt wird der Kinderarzt per Rendezvous-System mit dem örtlichen Notarzteinsatz-Fahrzeug zur Einsatzstelle gebracht.

Kontakt: Rettungsleitstelle     Notruf 19222

„Alles in einer Hand“: Betreuung durch den Kinderarzt vom Notfall bis auf die Station




Notfallrucksack als kinderspezifische Zusatzausstattung für Primär-Einsätze

Zur perfekten medizinischen Versorgung von Kindern wird neben der DIN-Ausstattung des Notarzteinsatzfahrzeugs bzw. Rettungswagens ein Notfall-Rucksack bereitgehalten, der mit kinderspezifischem Instrumentarium und speziellen Medikamenten bestückt ist.

Neben der Betreuung des Standortes Garmisch werden zunehmend auch Rendezvous-Einsätze im Bereich von Nachbarstandorten gefahren.
Bei Bedarf werden in Zusammenarbeit mit der Hubschrauber-Station an der BG-Unfallklinik Murnau regional und überregional kinderärztliche Notfälle betreut. In diesen Fällen nimmt der eingesetzte Hubschrauber „Christoph Murnau“ den Kinderarzt zusätzlich zur regulären Besatzung mit auf. Damit ist die Flexibilität für besonders dringliche oder überregionale Einsätze erhöht.

Einsatzstatistik:
Im ersten Jahr seines Bestehens wurde der Kindernotarzt Garmisch 38 Mal zum Einsatz gerufen. Im Einzelnen wurden 5 Kinder mit Fremdkörpern in den Atemwegen bzw. Ertrinkungsunfall, 9 Krampfanfälle, 6 internistische Krankheitsbilder, 10 unfallverletzte Kinder, 3 Kinder mit Atemnot und 2 Hausgeburten versorgt. Eine steigende Tendenz der Zahlen ist zu erwarten, da sich der Service zunehmend etabliert und auch die überregionale Nachfrage mit steigender Bekanntheit anwachsen wird. Auch durch die zunehmende Abdeckung der Wochenenden ist ein Steigen der Einsatzzahlen zu erwarten.

Die Bedeutung der Notfallmedizin im Kindesalter

„Kinder sind keine kleinen Erwachsenen………"
Diese Erfahrung müssen nicht nur Eltern regelmäßig machen, sie betrifft auch immer wieder Notärzte und Rettungsdienstpersonal. Im Bundesgebiet ereignen sich pro Jahr ca. 570.000 Unfälle mit Kindern im Haus- und Freizeitbereich, so dass die Helfer durchschnittlich bei bis zu 5% der Einsätze einem Kind als Patienten gegenüber stehen. Obwohl die Kindereinsätze für den einzelnen Notarzt trotzdem eher eine Seltenheit sind, stellen gerade diese Einsätze eine besondere fachliche und emotionale Herausforderung dar.  

Da nicht nur der Umgang mit den betroffenen Kindern, sondern auch die medizinische Versorgung spezielle Kenntnisse erfordert, wurde in den deutschen Ballungszentren in den 90er-Jahren zunehmend auf diese Tatsache reagiert und vereinzelt Kindernotarztsysteme installiert.

In Bayern hat die Berufs-Feuerwehr München 1990 begonnen, zunächst nur tagsüber, seit 1997 dann als Rund-um-die-Uhr-Service einen Kindernotarztdienst unter Beteiligung der 4 großen Kinderkliniken anzubieten. Seither sind die Einsatzzahlen bis zu rd. 2000 Einsätzen pro Jahr stetig gewachsen.

Notarztstandort Garmisch-Partenkirchen

Der Notarztstandort Garmisch-Partenkirchen wird vom ärztlichen Personal des Klinikums unter der organisatorischen Leitung der Abteilung für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie in Zusammenarbeit mit den Rettungsdiensten und der Rettungsleitstelle Weilheim besetzt. Im Jahr 2005 wurde der Notarzt Garmisch insgesamt rd. 1600 Mal alarmiert.

Dank gilt den beteiligten Personen, Organisationen und Verbänden, die an der Entstehung aktiv mitgewirkt haben und in vorbildlicher Weise in der alltäglichen Zusammenarbeit kooperieren.

Dies betrifft besonders die Notärzte des Standorts Garmisch-Partenkirchen und der Nachbarstandorte, das Rettungsdienstpersonal von BRK und MKT, das Personal der Rettungsleitstelle Weilheim sowie die Kollegen der ADAC-Hubschrauberstation „Christoph Murnau“.

Links zum Thema Kindernotfälle:

Tipps zur Unfallverhütung bei Kindern

Giftnotruf Berlin

Giftnotruf Freiburg

Verbrennungen bei Kindern 

Kurse "Erste Hilfe am Kind" BRK Garmisch