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Großteil arbeitet weiter im Landkreis

(Kinder-)Krankenpflegeschüler bestehen Staatsexamen "mit Bravour" – 70 Prozent stammen aus der Region

Es ist geschafft. 16 Krankenpflegeschüler und 10 Kinderkrankenpflegerinnen haben ihr Staatsexamen abgeschlossen und ihre dreijährige Ausbildungszeit beendet. Nun erhielten sie im Hörsaal der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik ihre Zeugnisse.
Seit vier Jahren befinden sich die Berufsfachschulen für Kinderkrankenpflege und Krankenpflege unter einem gemeinsamen Dach in Garmisch-Partenkirchen. Aufgrund der Kooperation Murnauer Unfallklinik (UKM) mit dem Klinikum finden die Abschlussfeiern mit Zeugnisübergabe nun abwechselnd im Garmisch-Partenkirchner Krankenhaus, im Deutschen Zentrum für Kinder- und Jugendrheumatologie sowie in der UKM statt.
"Die gesamte Klasse 05/08 hat das Staatsexamen mit Bravour bestanden", freute sich Désirée Akpan, Leiterin der Berufsfachschulen für Kinderkrankenpflege und Krankenpflege. Die Absolventen hätten "Die Konstellation der Schulzusammenlegung mit Tapferkeit gemeistert", erklärte sie. Dies lasse auf einen "erfolgreichen Synergieeffekt der Kooperation schließen – und das trotz der steigenden und extremen Anforderungen in der Ausbildung in einem Beruf, der sich mit großen Schritten auf dem steinigen Weg zur eigenen Profession befindet."
Lebenslanges Lernen mahnte die Pflegedirektorium des Klinikums und Präsidentin des Deutschen Pflegerats, Marie-Luise Müller, an. So solle etwa das Projekt "Pflege 2012" im

Klinikum in Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Einrichtungen einen Veränderungsprozess einleiten: "Von der Funktion hin zu einer prozessorientierten Behandlung – von der Aufnahme bis zur Entlassung." Den Pflegekräften komme darin eine große Bedeutung zu, weil sie den Steuerungsprozess für die gesamte Behandlung übernähmen. Pflegefremde Tätigkeiten sollten dabei zunehmend an Servicekräfte und Organisationsassistenten übertragen werden.
Von "gewaltigen Veränderungen in der Krankenhauslandschaft" sprach Landrat Harald Kühn. Die Gesundheitswirtschaft insgesamt gehöre zu den großen Wachstumsbereichen in Deutschland. Als erfreulich wertete er, das 70 Prozent der Pflegeschüler aus der Region kommen und die meisten davon auch nach Abschluss ihrer Ausbildung im Landkreis bleiben und dort arbeiten.
Auf eine veränderte Erwartungshaltung der Patienten gegenüber dem Pflegepersonal wies der Ärztliche Direktor des Klinikums Garmisch-Partenkirchen, Dr. Johann N. Meierhofer, hin.
Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten mahnte die Pflegedienstleiterin der Kinderrheumaklinik, Schwester Dorothea Herz, an. Wolfgang Loth, stellvertretender Pflegedirektor der Unfallklinik sprach von einer Erweiterung des Verantwortungsbereichs der Pflegekräfte für die Zukunft. Für Heiterkeit sorgte dazwischen ein humorvoll gestalteter Lichtbildervortrag von Krankenpflegeschüler Michael Braun.

Quelle: Garmisch-Partenkirchner Tagblatt, Heino Herpen, 11. Sept. 2008