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Kunst lenkt Patienten von Sorgen ab

Werke von Walter Kraft bringen neue Atmosphäre in Murnauer Klinikums-Station

Die Ausstellung des Künstlers Walter Kraft in der Station 02 der Unfallklinik Murnau (UKM) soll nur der Anfang sein. Professor Dr. Hans-Dieter Allescher jedenfalls, Chefarzt der Inneren Medizin des (ach an der UKM ansässigen) Klinikums, sieht darin den Auftakt für weitere Unternehmungen dieser Art im Stationsbereich. "Die Station wirkte vorher doch recht kahl und leblos", sagt Allescher, "und ich habe hier schon beobachten können, wie Patienten, die seit mehreren Tagen im Bett liegend, jetzt aufstehen und die Bilder betrachtend in den Gängen umhergehen." Allescher findet, dass dies eine sehr schöne Stimulation sei und man nach Möglichkeit die Ausstellung mit Arbeiten von Künstlern aus dem Murnauer Raum fortsetzen solle.
Der Werbegrafiker Walter Kraft, 1941 geboren, lebt seit zwei Jahren in der Marktgemeinde. Er ist Mitglied in der Künstlervereinigung Tusculum und im Kunstkreis Seehausen. Den dazu notwendigen Arbeitsprozess beschreibt Kraft so: "Erst mache ich eine Vorzeichnung mit Bleistift, dann verfremde ich das Motiv mit dem Computer." Anschließend werde das Kunstprodukt ausgedruckt und noch einmal übermalt.
Auf diese Weise entstanden nicht nur die Arbeiter der Murnau-Serie, sondern auch eine ganze Reihe weiterer Bilder mit Gräsern und Farnen, in die Kraft sein Markenzeichen,

das Blattgold, eingearbeitet hat. Besonders reizvoll ist das großformatige Werk "Der Drachentöter", bei dem Kraft auf Techniken zurückgriff, wie sie die Künstler auf Bali verwenden. Interessant sind auch seine italienischen Arbeiten nach Zeichnungen von Giovanni Bellini.
Um diese zum Teil sehr aufwändigen Kunstwerke zu produzieren, verfügt der Künstler in seinem Atelier über eine Siebdruckanlage, die es ihm ermöglicht, im Format 110 auf 100 Zentimeter zu drucken. Nach dem Vorbild berühmter amerikanischer Popart-Künstler, wie Andy Warhol und Robert Rauschenberg, kann Kraft mit seiner Anlage ganze Serien von Motiven mit unterschiedlichen Farbgebungen drucken. Dementsprechend wirken die Bilder nicht nur einzeln, sondern gerade in Reihe betrachtet – und das ermöglichen die langen Gänge der Klinikstation dem Besucher. Die von Kraft oft verwendeten hellen Farbtöne, wie Türkis, Hellblau, Weißgelb und Lindgrün, erzeugen dann als Gesamteindruck genau das, was Dr. Allescher "gleich eine ganz andere Atmosphäre" nennt, deren positive Eigenschaft es sei, die Patienten von ihren Sorgen und Nöten abzulenken.
Walter Krafts Bilder werden noch bis zum 31. März in der Station 02 ausgestellt.

Quelle: Garmisch-Partenkirchner Tagblatt, 21. Jan. 08 – von Andreas Röder