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Neue OP-Technik im Klinikum

Dr. Nöldeke setzt erstmals schonend "Stent" in Bauchschlagader ein

Zum ersten Mal wurde nun im Klinikum Garmisch-Partenkirchen erfolgreich eine neue Operationstechnik angewendet. Dr. Stefan Nöldeke setzte dem Mittenwalder Manfred Ledder einen sogenannten "Stent" in der Bauchschlagader ein. Dieser durch Metalldrähte verstärkte Schlauch soll die Ausdehnung beziehungsweise ein lebensgefährliches Reißen oder Platzen der Aorta verhindern. "So etwas wurde in unserer Region bislang nur in den Universitätskliniken München und Innsbruck angewendet", erklärt Nöldeke. Er selbst hat die neue Methode bei der im Vergleich zum herkömmlichen Verfahren nicht der gesamte Bauch aufgeschnitten werden muss, an der Stuttgarter Uniklinik erlernt.

Leben retten ohne großen Schnitt
Mittenwalder Manfred Ledder profitiert von einer neuen Operationsmethode im Klinikum Garmisch-Partenkirchen
"Jetzt fühle ich mich wieder sicher." Man merkt es Manfred Ledder an, der 71-jährige Mittenwalder ist erleichtert. "Es ist ein tolles Gefühl, inzwischen kann ich mich wieder ganz normal bewegen." Vor rund einem Monat sah das noch ganz anders aus. Damals machte ihm ein Aneurysma an der Bauchschlagader zu schaffen. die ballonförmige Erweiterung des Flutgefäßes war durch einen Herzinfarkt hervorgerufen worden und drohte zu platzen. "Ich habe mich nicht mehr getraut, mich zu bücken oder etwas Schweres zu heben", erinnert sich Ledder.

Vollkommen zurecht bestätigt sein Arzt Dr. Stefan Nöldeke, seit eineinhalb Jahren Chefarzt der Gefäßchirurgie im Klinikum Garmisch-Partenkirchen: "Wenn die Bauchaorta reißt oder platzt, besteht höchste Lebensgefahr." Deshalb musste schnell gehandelt werden. Der Eingriff, bei dem ein sogenannter "Stent", ein durch ein Drahtgeflecht verstärkter Schlauch, eingesetzt wird, um eine weitere Ausdehnung des Gefäßes zu vermeiden, ist eigentlich eine Routine-Operation.
Bislang konnte er aber nur mit einer "offenen" Operation eingesetzt werden. Das heißt, der Bauch musste mit einem langen Schnitt geöffnet werden. Ein großer, nicht ungefährlicher Eingriff, der hässliche Narben hinterlässt. Der blieb Ledder nun erspart. Er profitierte von einer neuen Operationsmethode, die erstmals im Klinikum zum Einsatz kam. "Bisher wurde diese Art von Eingriff nur in den Universitätskliniken München und Innsbruck angewandt", erzählt Nöldeke. Er selbst hat sie am Unikrankenhaus in Stuttgart gelernt und mit ins Werdenfelser Land gebracht.
"Der Stent wird dabei unter Röntgenbeobachtung mit Hilfe eines Katheters in die richtige Position gebracht", erläutert er. Der große Vorteil: Es sind nur kleine Schnitte nötig. "Die Belastung für den Patienten ist minimal", sagt der Chefarzt. Ledder, der mehr oder weniger durch Zufall als Erster in der Marktgemeinde von der Methode profitierte, kann das uneingeschränkt bestätigen. "Einfach Wahnsinn", sagt er. "Ich bin aus der Narkose aufgewacht und habe nichts gespürt. Ich fühle mich großartig."

Quelle: Garmisch-Partenkirchner Tagblatt, 14. Juni 2008