Das Klinikum Garmisch-Partenkirchen hatte kürzlich zum ". Transalpinen
onkologischen Symposium" nach Herrsching eingeladen, um sich mit den Nachbarn
aus Tirol und Südtirol und den Kollegen aus dem Ballungsraum München über
wichtige interdisziplinäre onkologische Themen auszutauschen. Und die sind
vielfältig, denn der Patient, aber auch seine medizinischen Partner lernen –
dank Früherkennung und moderner Therapiemöglichkeiten – zunehmen "mit dem Tumor
zu (über)leben". Dies stellt besondere Anforderungen an die
Krankheitsverarbeitung durch den Patienten, als auch an die Begleitung durch das
medizinische Fachpersonal. "Eine derartige Zusammenarbeit erfolgt heutzutage
über alle Grenzen hinweg", bestätigt Prof. Dr. Hans-Dieter Allescher, Chefarzt
am Zentrum für Innere Medizin am Klinikum Garmisch-Partenkirchen. Zum Symposium
waren auch Patienten als Referenten eingeladen; sie berichteten über ihre
Erfahrungen mit den optimierten interdisziplinären Behandlungskonzepten, "die an
jedem größeren Haus mittlerweile Standard sind", so Dr. Dr. Helmut Lambertz,
Chefarzt der Onkologie am Klinikum Garmisch-Partenkirchen. Hinter dem Begriff
interdisziplinäres Behandlungskonzept verbirgt sich die Disziplinübergreifende
Zusammenarbeit vieler Bereiche – am Klinikum Garmisch-Partenkirchen
zusammengefasst als Onkologisches Zentrum Oberland. 2007 wurde das Zentrum
gegründet; Mediziner aus 15 Fachbereichen arbeiten hier zusammen. Partner sind
zudem die Unfallklinik Murnau (Neurochirurgie und Plastische Chirurgie), die
Ludwig-Maximilians-Universität München, die Technische Universität München und
die jeweiligen Hausärzte. "Seit geraumer Zeit gibt es bei uns im Klinikum
bereits die so genannten Tumorkonferenzen bzw. Tumorboards. Dreimal wöchentlich
sprechen wir Ärzte mittlerweile die Therapiemaßnahmen für die einzelnen
Patienten durch und bündeln damit unser Fachwissen zum Wohle des Erkrankten",
erklärt Dr. Helmut Lambertz die Arbeitsweise am Onkologischen Zentrum Oberland.
Je nach Tumorerkrankung arbeiten Mediziner der verschiedensten Fachbereiche
zusammen (z. B. Gynäkologen, Urologen, Chirurgen, Radiologen, Onkologen). Die
Kooperation der |
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unterschiedlichen Disziplinen ist unerlässlich, "denn ein Fachbereich allein
schafft es nicht", betont Lambertz. Als Chefarzt der Onkologie ist er besonders
froh, das mit der Gründung des Oberland-Zentrums nun auch eine psychologische
Betreuung angeboten werden kann. "Es ist ein Schock, wenn man die Diagnose
bekommt. Erst später, im Gespräch mit den Ärzten und Spezialisten sagt man sich,
das schaffen wir schon ....". Ein 54jähriger Mittenwalder, der beim Symposium in
Herrsching seine Erfahrungen als Patient schildern durfte, hat schon einiges
durchgemacht. 1999 wurde bei ihm ein Nierenzellkarzinom diagnostiziert. Nach der
OP folgten entsprechende Nachbehandlungen wie die Chemotherapie, natürlich auch
mit Nebenwirkungen, und immer wieder die regelmäßige Tumornachsorge am
Onkologischen Zentrum in Garmisch-Partenkirchen. "Der Krebs schien besiegt, als
im letzten Sommer Metastasen in der Lunge entdeckt wurden", schildert der
Mittenwalder gefasst. 13 Metastasen mussten entfernt werden, wieder folgte eine
entsprechende Nachbehandlung, wieder muss er mit den Nebenwirkungen leben ....
Doch die Tumorerkrankung ist stabil und der 54Jährige optimistisch. "Hier am
Klinikum Garmisch-Partenkirchen wird alles für mich getan. Wichtig für mich sind
auch die Gespräche, die ich mit dem Psychologen führen kann." Der. Matthias
Glück ist als Psychoonkologe sehr gefragt. Er begleitet die Auseinandersetzung
der Patienten mit ihrer Erkrankung, spricht mit ihnen, fühlt mit ihnen. "Viele
Tumorpatienten mit erfolgreicher Therapie entdecken ein neues Lebensgefühl für
sich", weiß er aus seiner Arbeit. Die Basis für eine Erfolgs versprechende
Behandlung stellt die fachübergreifende, an den individuellen
Patientenbedürfnissen orientierte Diagnostik und Therapie dar. Privatdozent Dr.
Holger Vogelsang, Chefarzt der Allgemein, Viszeral- und Thoraxchirurgie am
Klinikum Garmisch-Partenkirchen unterstreicht diesen Aspekt und betont: "Die
Patienten können ihre Behandlung bei uns heimatnah und in ihrer gewohnten
sozialen Umgebung erhalten." Im Onkologischen Zentrum Oberland in
Garmisch-Partenkirchen werden über 1.000 Tumordiagnosen und Behandlungsfälle
jährlich interdisziplinär gesehen. Bei diesen Patienten werden 3.500 und 4.000
Chemotherapien jährlich durchgeführt. |