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Patienten-Abgang nach München stoppen

Symposium im Klinikum: Mediziner wollen Ärzte-Netzwerk stärken, um Schilddrüsen-Erkrankte in der Region zu halten

Mit dem ersten Symposium zur "Modernen Diagnostik und Therapie gutartiger Erkrankungen der Schilddrüse und Nebenschilddrüse" setzt die Chirurgie des Klinikums Garmisch-Partenkirchen ein deutliches Signal für eine enge Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten in der Region. "Die Nähe zu München führt dazu, dass sich noch immer Patienten mit komplizierten Erkrankungen dort in Behandlung begeben" sagt Mitorganisator Dr. Holger Vogelsang.

Nach Meinung des Chefarztes müsse das nicht sein, da es genug Experten vor Ort gebe, die eine sehr gute Versorgung gewährleisten. Die seit einem Jahr am Klinikum eingerichtete "Neue Chirurgie GAP" hat ihre Konsolidierungsphase abgeschlossen" erklärt Vogelsang. "Indem wir in einem zweiten Schritt aktiv und mit inhaltlichen Angeboten auf niedergelassene Ärzte und die Nachbarkreisverbände zugehen, möchten wir gerade im interdisziplinären Kontext, wozu sich der Themenschwerpunkt Schilddrüse anbietet, ein hochwertiges Netzwerk aufbauen." Auch seien in den vergangenen Jahren vermehrt Operationen an der Schilddrüse vorgenommen worden. Das Symposium diene unter anderem dazu, Hausärzte auf die Möglichkeiten der Vorsorge aufmerksam zu machen. So sei für Schwangere Jod eine wichtige Ergänzung. Ferner sollten Frauen unbedingt vor der Schwangerschaft eine Schilddrüsendiagnose machen lassen.

Chefarzt Dr. Johann Meierhofer ergänzt: "Noch vor 20 Jahren war das gesamte Wissen eines Klinikums in zwei Köpfen verankert, dem Internisten und dem Chef der Chirurgie." Heute dagegen gebe es eine gigantisches medizinisches Wissen, das mehrere Personen mit sich tragen müssten. "Hier gilt es, die Grenzen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung aufzulösen, um die Zusammenführung des gesamten medizinischen Wissens zu ermöglichen."
Diesen Kurs unterstützt Landrat Harald Kühn, Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums Garmisch-Partenkirchen: "Wir hatten in unserem Haus noch nie so viele Chefärzte." Deswegen dürfe der Blick auf den gesamten Menschen nicht verloren gehen. Schließlich sei für den Bürger das Vertrauen in die ärztliche Versorgung vor Ort am wichtigsten.
Neben vielen fachspezifischen Informationen, förderten die Symposiums-Teilnehmer Grundsätzliches zu Tage, das in der Praxis überraschend oft übersehen werden. So wies Dr. Christine Spitzweg, Oberärztin an der Medizinischen Klinik II in München-Großhadern, ausdrücklich darauf hin, dass Schilddrüsenmedikamente nüchtern eingenommen werden müssen. Und Dr. Klemens Scheidhauer, Leitender Oberarzt am Schilddrüsenzentrum am Klinikum rechts der Isar fügt hinzu: "Kalzium sollte man in Verbindung mit Schilddrüsenmedikamenten unbedingt vermeiden." 

Quelle: Garmisch-Partenkirchner Tagblatt, 15. Januar 2008, von Andreas Röder