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Abteilung für Gefäßchirurgie - Vaskuläre und endovaskuläre Chirurgie - Venenzentrum
Prozessbeschreibung Carotis/Zerebrale Ischämie
- Untersuchung nur nach Überweisung durch niedergelassene Kollegen/innen
(Orthopädie, Neurologie, Chirurgie, Gefässchirurgie, Angiologie). Untersuchung
von Notfallpatienten mit akuter frischer zerebraler Symptomatik ohne
Überweisung.
- Studium der vorgelegten Befunde, Erhebung der Anamnese, orientierende
neurologische Untersuchung.
- Extrakranielle Doppler- und farbkodierte Duplexsonographie, ggf.
transkranieller Doppler.
- Besprechen der Befunde und des notwendigen Procedere mit dem
Patient.
- Jeder Patient erhält, am besten in Gegenwart eines Angehörigen, eine
ausführliche Risikoauflärung konservativ versus operativ unter Nennung
der wichtigsten Komplikationsmöglichkeiten (Major- und Minorkomplikationen,
Apoplex, Letalität, lokale Komplikationen) mit entsprechender Dokumentation.
- Bei operativ (noch) nicht behandlungsbedürftigen Stenosen/Befunden
(Stenosegrad < 70%, kein Ulcus, kein Softplaque, keine neurologische
Symptomatik, andere Gründe) Dokumentation und Briefmitgabe und Empfehlen
einer Thrombozytenaggregationshemmung bzw. Kontrolluntersuchung in einem
festgelegten Zeitraum. Reduktion der Risikofaktoren und sofortige
Wiedervorstellung bei neurologischen Symptomatik.
- Bei operativ behandlungsbedürftigen Stenosen (Stenosegrad >70-80%,
Ulcus, Softplaque, Progredienz, neurologische Symptomatik wie Amaurosis fugax,
TIA oder Apoplex) Festlegen der weiteren Therapie.
- Sonographisch offensichtlich stentgeeignete (in Ausnahmefällen auch auf
ausdrücklichen Wunsch des Pat.) werden mit der Abteilung Innere
Medizin/Kardiologie des Hauses besprochen und ggf. zur
Teminierung/Durchführung einer MRA-Angiographie bzw. einer MRT des Schädels
weitergeleitet. Nach Fertigstellung/Erhalt der Bilder erneute Einbestellung
des Pat. zur Befundbesprechung, ausführlichen Risikoaufklärung und
Terminierung der Stentimplantation (gemeinsam mit der internistischen
Abteilung) oder des Operationstermines im Falle eines nicht stentgeeigneten
Befunde. Briefmitgabe mit der Empfehlung einer
Thrombozytenaggregationshemmung, zusätzlich ggf. Clopidogrel bis 10 Tage vor
der Operation, Mitgabe aller für die Operation relevanten Befunde, ggf.
Empfehlung einer präoperativ ambulanten kardiologischen Abklärung.
- Sonographisch (oder auch auf Wunsch des Pat.) nicht stentgeeignete Fälle
erhalten nach ausführlicher Risikoaufklärung eine Terminierung für die
geplante Massnahmen. Briefmitgabe mit der Empfehlung einer
Thrombozytenaggregationshemmung bis 3 Tage präoperativ, ggf. zusätzlich
Clopidogrel bis 10 Tage vor der OP und nach Absetzen der Aggregationshemmung
Ersatz durch niedermolekulares Heparin, ggf. Empfehlung einer präoperativ
ambulanten kardiologischen Abklärung.
- Patienten mit einer unklaren oder akuten neurologischen Symptomatik werden
umgehend dem Neurologen im Hause vorgestellt und nach fachneurologischer
Untersuchung gemeinsam das weitere Procedere festgelegt.
- Bei Patienten mit einer frischen zerebralen Ischämie Stadium IIa/b
(Amaurosis fugax, TIA) oder Stadium III (Crescendo-TIA`s, progredienter
Apoplex) oder Stadium IV (nachgewiesener Aoplex) erfolgt die sonographische
Abklärung, Durchführung eines Schädel-CT und ggf. einer MR-Angiographie.
Erbringt die Sonographie bei einem frischen ischämischen Ereignis eine
relevante behandlungsbedürftige Stenose der extrakraniellen Gefässe der
betroffenen Hirnhälfte, erfolgt die sofortige Aufnahme zur raschen operativen
Versorgung nach Abklärung des Vorliegens einer Blut-Hirn-Schrankenstörung (CT-
Schädel oder MR-Schädel) bzw. nach Festellen der Dringlichkeit der
Operationsindikation.
- Patienten mit einer akuten zerebralen Ischämie, die nicht auf einer
operativ zu behandelnde Stenose der extrakraniellen Gefässe (embolische,
kardiale, intrazerebrale oder sonstige Ursache) zurückzuführen sind, werden
nach fachneurologischer Untersuchung umgehend in die zugehörige Stroke-Unit
überwiesen.
- Patienten mit einer frischen neurologischen Symptomatik, die auf einer
intrazerebralen Blutung oder einer intrakraniellen Raumforderung beruht,
werden umgehend an eine neurochirurgische Klinik weitergeleitet .
- Alle unklaren oder besonderen Fälle, die keiner sofortigen, dringlichen
weiteren Therapie/Diagnostik bedürfen, deren Therapie aber einer
interdisziplinären Beurteilung bedarf, werden im interdisziplinären Kolloqium
(einmal wöchentlich: Gefässchirurgie, Radiologie, Angiologie, Neurologie)
vorgestellt, besprochen und dann gemeinsam eine Therapierichtlinie
festgelegt. Danach erneute Einbestellung des Pat. zur Therapiebesprechung.
Ggf. Terminierung der operativen/interventionellen Massnahme oder Festlegen
einer konservativen Therapie. Briefmitgabe an einweisende Kollegen/innen
mit der festgelegten Therapieempfehlung.
- In seltenen Fällen Weiterleitung des Pat. an eine universitäre Einrichtung
(intrakranielle Stenosen, AV-Fisteln, unklare seltene Befunde, im Hause nicht
behandelbare Fälle) mit ensprechender Information des Patienten, Bief- und
Befundmitgabe, ggf. telefonische Rücksprache oder Anmeldung.
- Bereits operierte Patienten werden im weiteren Verlauf in regelmässigen
Abständen nach Zuweisung durch zugelassene Ärzte (s.o.) klinisch und
duplexsonographisch nachuntersucht .
- Die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gefässchirurgie finden
Anwendung.
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