19.08.2026
Klinikum Garmisch-Partenkirchen als Pankreaskarzinomzentrum zertifiziert
Das Klinikum Garmisch-Partenkirchen hat einen bedeutenden Meilenstein erreicht: Die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) hat das Klinikum nach einem umfassenden Zertifizierungsverfahren offiziell als Pankreaskarzinomzentrum anerkannt. Mit der Auszeichnung wird die hohe Qualität in der Behandlung von Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse bestätigt. Im Rahmen des Verfahrens wurden unter anderem medizinische Qualität, Fallzahlen, interdisziplinäre Zusammenarbeit sowie die Einhaltung anspruchsvoller Behandlungsstandards überprüft.
Mit der Zertifizierung schließt das Klinikum zugleich eine wichtige Versorgungslücke in ganz Oberbayern. Nach Angaben von Prof. Martin Angele, Chefarzt der Allgemein-, Viszeral-, Thorax- & Onkologischen Chirurgie, wurden im vergangenen Jahr 40 Operationen an der Bauchspeicheldrüse durchgeführt. Zum Vergleich: Durchschnittlich entfallen auf 100.000 Einwohner etwa zehn derartige Eingriffe. Die große Zahl an Operationen unterstreicht die hohe Expertise des chirurgischen Teams um Prof. Angele im Bereich der Pankreaschirurgie und führt dazu, dass sich zunehmend auch Patienten aus anderen Regionen Bayerns für eine Behandlung in Garmisch-Partenkirchen entscheiden.
Ein Großteil der Eingriffe erfolgt heute minimalinvasiv in der sogenannten Schlüssellochtechnik. Am Klinikum Garmisch-Partenkirchen wird hierfür die roboter-assistierte Chirurgie mit dem DaVinci System genutzt, um eine noch größere Operationspräzision zu erzielen. Diese Operationsmethode gilt als besonders schonend und ermöglicht vielen Patienten eine schnellere Erholung.
Entscheidend für die Zertifizierung ist jedoch nicht allein die chirurgische Expertise, sondern vor allem das enge Zusammenspiel verschiedener Fachbereiche. „Wir sind hier keine One-Man-Show. Es ist enorm wichtig, dass die Fachrichtungen zusammenarbeiten. Wir bieten hier hohe Qualität aus allen Abteilungen“, betont Prof. Angele. Zum interdisziplinären Team gehören neben der Chirurgie die Onkologie unter der Leitung von Chefarzt Dr. Till Seiler sowie die Gastroenterologie mit Chefarzt Dr. Vincens Weingart.
„Durch unsere große interdisziplinäre Expertise werden Patienten mit Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse heute deutlich früher in der Gastroenterologie am Klinikum Garmisch-Partenkirchen vorgestellt. Das ermöglicht eine frühzeitigere Diagnose und verbessert die Chancen auf eine erfolgreiche, oft sogar heilende Behandlung erheblich“, erklärte Dr. Vincens Weingart.
Die Behandlung von Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse erfolgt dabei stets individuell. Insbesondere ältere Patientinnen und Patienten werden vor einer Operation gezielt auf den Eingriff vorbereitet, um die Belastung möglichst gering zu halten und die Erfolgsaussichten zu verbessern. Hierfür wurde die Prähabilitation – das heißt eine Reha vor der Behandlung – am Klinikum etabliert. Eine wichtige Rolle spielt die Altersonkologie, die speziell auf die Bedürfnisse älterer Menschen und deren Begleiterkrankungen ausgerichtet ist.
„Diese Zertifizierung stellt unsere Qualität und unsere Interdisziplinarität heraus, auf die wir stolz sein können“, sagt Prof. Angele. Ein zentrales Element der Behandlung ist das sogenannte Tumorboard. In dieser interdisziplinären Tumorkonferenz beraten Experten verschiedener Fachrichtungen gemeinsam über Diagnostik, Therapie und das weitere Vorgehen für jeden einzelnen Patienten.
„Die Zertifizierung unseres Pankreaszentrums stärkt das Onkologische Zentrum am Klinikum Garmisch-Partenkirchen nachhaltig. Sie ist ein wichtiger Baustein, um unseren Standort als führendes Zentrum für die Behandlung von Krebserkrankungen außerhalb der Metropolregion München weiter auszubauen“, weiß Dr. Till Seiler zu berichten.
Da Operationen an der Bauchspeicheldrüse häufig mit Veränderungen im Stoffwechsel und der Ernährung verbunden sind, werden bereits zu Beginn der Behandlung auch Ernährungsberatung und Physiotherapie in die Versorgung eingebunden. Ziel ist es, die Patienten ganzheitlich zu begleiten und ihre Genesung bestmöglich zu unterstützen.
„Trotz aller Hightech-Medizin und roboterassistierter Chirurgie stehen das Persönliche und die Empathie an erster Stelle. Die Behandlung auf Augenhöhe zwischen Patienten und Arzt ist uns sehr wichtig“, erklärt Prof. Martin Angele.
Mit der Anerkennung als Pankreaszentrum stärkt das Klinikum Garmisch-Partenkirchen seine Rolle als hochspezialisierter Versorger in der Region und nimmt künftig eine zentrale Stellung in der medizinischen Versorgung zwischen München, Rosenheim und Kempten ein.
Auf dem Bild zu sehen:
v. r.: Prof. Dr. med. Martin Angele (Chefarzt), Dr. med. Elnaz Payani (Oberärztin), Prof. Dr. med. Florian Löhe (Geschäftsführender Oberarzt)
