05.05.2026
Mit Herz und Kompetenz: Die Hebammen im Fokus
Am 5. Mai rückt der Internationale Tag der Hebammen eine Berufsgruppe in den Mittelpunkt, deren Arbeit für Familien und die Gesellschaft von unschätzbarem Wert ist. Auch am Klinikum Garmisch-Partenkirchen wird dieser Tag zum Anlass genommen, die Leistung der Hebammen sichtbar zu machen – gerade in einer Region, die sowohl von Einheimischen als auch von Familien aus dem Umland geprägt ist und in der die Geburtshilfe eine besondere Rolle einnimmt.
Hebammen begleiten die werdenden Familien über einen langen Zeitraum hinweg, sowohl innerhalb als auch außerhalb des Klinikums. Der Betreuungsbogen reicht vom Beginn der Schwangerschaft, über die Geburt und die Phase des Wochenbettes bis zum Ende der Stillzeit. Die professionelle Begleitung und Unterstützung der Hebammen in dieser Lebensphase sind dabei sowohl wertvolle Prävention als auch individuelle, bedarfsorientierte Unterstützung. Ziel ist eine persönliche, vertrauensvolle Begleitung der Frauen und Familien auf Augenhöhe. Die Ausbildung der Hebammen ist seit 2020 vollumfänglich akademisiert und findet an Hochschulen und Universitäten statt. Damit hat die evidenzbasierte Medizin auch im Hebammenhandwerk Einzug gehalten und wird im Klinikum auch durch die Unterstützung der praktischen Ausbildung von Hebammenstudierenden gelebt.
„Am Klinikum sind derzeit 25 Hebammen tätig, fünf davon sind auch als Praxisanleiterinnen im Hebammenwesen qualifiziert. Jedes Jahr erblicken über 1100 Kinder das Licht der Welt hier im Klinikum“, berichtet Mirjam Metschies, Leitende Hebamme in der Geburtshilfe. Diese Zahlen verdeutlichen nicht nur die hohe Nachfrage, sondern auch die zentrale Bedeutung der Geburtshilfe vor Ort.
Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen verzeichnete zuletzt einen leichten Anstieg und gehört damit zu den wenigen Ausnahmen im Freistaat. Ungeachtet dessen zeigt sich auch hier der demografische Wandel: Die Bevölkerung weist ein vergleichsweise hohes Durchschnittsalter auf, während die Geburtenrate insgesamt niedrig bleibt. Im Jahr 2025 gab es im Klinikum 1123 Geburten, im Jahr zuvor 1075.
Besonders prägend ist die Rolle der Hebammen als Bindeglied zwischen moderner Medizin und menschlicher Zuwendung. In einer Zeit, in der Geburten zunehmend technisiert erscheinen, bringen sie Ruhe, Erfahrung und Empathie in den Kreißsaal. Für viele Familien sind sie die wichtigste Bezugsperson in einem der emotional intensivsten Momente ihres Lebens.
„Am Klinikum sind wir personell gut aufgestellt und gut vorbereitet. Unsere Räume und die Technik sind auf dem neuesten Stand“, erklärt Metschies.
Auch ergänzende Methoden kommen im Kreissaal durch die Hebammen und auf Wunsch der Frauen zum Einsatz: das K-Taping als sanfte Unterstützung bei Rücken-, Becken- und Symphysenschmerzen in der Schwangerschaft, mehrwöchige Geburtsvorbereitungskurse mit Partnerabend sowie bei Bedarf geburtsvorbereitende Akupunktur. Zwei Mal im Monat finden im Klinikum Infoabende statt. Interessierte können sich dabei ein Bild von der Abteilung machen und somit ihre ersten Fragen mit unserem Fachpersonal besprechen.
Doch der Internationale Tag der Hebammen ist nicht nur ein Tag der Anerkennung, sondern auch ein Tag der Reflexion. Seit Jahren steht der Berufsstand unter Druck – durch Personalmangel, steigende Haftpflichtkosten und eine hohe Arbeitsbelastung. Umso wichtiger ist es, positive Beispiele wie das Klinikum Garmisch-Partenkirchen hervorzuheben, wo eine gute personelle Aufstellung und moderne Rahmenbedingungen ein stabiles Arbeitsumfeld schaffen.
Bildlegende: Die Hebamme hört die Herztöne des Kindes ab. Das Pinardsches Hörrohr (Pinard-Stethoskop) dient dazu, die Herztöne des ungeborenen Kindes durch die Bauchdecke der Mutter abzuhören.

