Das Klinikum Garmisch-Partenkirchen ist für Besucher wieder geöffnet

Öffnungszeiten für Besuche:
Standort Garmisch-Partenkichen: von 15 bis 18 Uhr
Standort Murnau: von 14 bis 18 Uhr 

Unabhängig vom Impfstatus müssen alle Besucher grundsätzlich symptomfrei sein und ein negatives Testergebnis vorweisen (PCR-Test nicht älter als 48 Stunden oder Antigen-Schnelltest nicht älter als 24 Stunden). 

Kostenlose Corona-Schnell-Tests vor dem Haupteingang des Klinikums Garmisch-Partenkirchen 
Öffnungszeiten: 

Mo-Fr  07.30 Uhr - 12.00 Uhr und 13.00 Uhr - 18.00 Uhr
Sa-So  14.00 Uhr - 18.00 Uhr

Hier finden Sie weitere Infos zu unseren Besuchsregelungen.

 

Funktionsdiagnostik

In der Funktionsdiagnostik können verschiedene Messungen im Bereich des Magen-Darmtrakt durchgeführt werden, über die man über die Funktionsfähigkeiten Aussagen bekommt. In unserem Funktionslabor bieten wir ein umfassendes Untersuchungsprogramm zur Beurteilung der Funktion von Speiseröhre, Magen, Dünn- und Dickdarm, sowie von Leber und Bauchspeicheldrüse an.

Manometrie

Die Manometrie oder auch Druckmessung ist ein modernes Untersuchungsverfahren, mit dem sich eine Bewegung im Körper messen und darstellen lässt. So eine Aktivität findet vor allem in der Speiseröhre beim Schlucken statt. Störungen dieses Schluckaktes können zu erheblichen Beschwerden führen: Schmerzen beim Schlucken (= Odynophagie) z. B. durch Krämpfe, Funktionsstörung beim Schlucken (= Dysphagie) z. B. bei fehlerhaften Muskelerschlaffung oder Krämpfe beim Schlucken. Über eine wenige mm dicke Sonde, die mit 36 Druckpunkten ausgestattet ist, wird nach Einführen dieser Sonde über ein Nasenloch die Ruheaktivität, ein Spontanschluckakt und mehrere Schluckakte mit Flüssigkeit oder Nahrung aufgezeichnet. Die Sonde kann auch über eine Endoskopie im Vorfeld platziert werden und nach einem kurzen Dämmerschlaf wacht man mit der Sonde in der Nase auf.

Durch dieses Untersuchungsverfahren lassen sich in hochauflösender farbkodierter Druckbadendarstellung krankhafte Zustände der Speiseröhre so genau diagnostizieren, dass wir Patienten direkt der entsprechenden Therapie zuführen können (Botulinumtoxin Injektion, Perorale endoskopische Myotomie, Schlucktraining, etc.).

24 Stunden pH-Metrie und Impedanzmessung

Bei dieser Methode erfolgt eine Messung der Flüssigkeits- und Säurebewegung über 24 Stunden mit einen dünnen Schlauch durch die Nase bis in den Magen. Dabei wird über einen ganzen Tag unter anderem der pH-Wert in der Speiseröhre gemessen. Es wird also geschaut, ob, wie häufig und wann eine Übersäuerung der Speiseröhre durch Rückfluss von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre (Reflux) auftritt. Dies wird dann meist als Sodbrennen empfunden. Selbst unter Medikamente gegen Sodbrennen können wir durch dieses moderne Verfahren feststellen, ob und wie häufig solch ein Reflux erfolgt. Durch die Messung über 24 Stunden bilden wir den normalen Alltag ab. Diese Untersuchung wird in der Regel ambulant durchgeführt. Sie können über das Aufzeichnungsgerät Beschwerden, die Sie verspüren mit angeben. Diese werden dann danach mit den Messungen verglichen.

Warum sollte eine 24 Stunden pH-Metrie und Impedanzmessung durchgeführt werden?

  • Wenn Sie unklare Beschwerden im Bereich des Brustkorbs bzw. hinter dem Brustbein haben, die bisher noch nicht erklärt werden konnten.
  • Wenn in einer Magenspiegelung keine Schleimhautveränderungen festgestellt wurden, Sie aber unter Sodbrennen leiden.
  • Wenn Sie bereits Medikamente gegen Sodbrennen einnehmen, aber diese nicht gut helfen.
  • Wenn Sie andere unklare Beschwerden, wie Reizhusten, Heiserkeit, „Knödelgefühl“ im Hals, Verschleimung, verspüren und dies vor allem am Morgen auftritt oder der Hals-Nasen-Ohren Arzt eine chronische Entzündung des Kehlkopf findet.
Atemtest (Glukose, Laktose, Laktulose, Fruktose, Sorbitol, Octanoat, Helicobacter)

In unserer Abteilung bieten wir mehrere Atemtests an, die verschiedene Funktionen erfüllen. Alle Tests laufen ähnlich ab: Nach Einnahme einer speziellen Flüssigkeit oder Testmahlzeit pustet der Patient zu definierten Zeitpunkten in einen speziellen Beutel oder in eine Sammel-Spritze. Häufig sind zur Klärung von Beschwerden mehrere unterschiedliche Atemtests erforderlich.

Der Glukose Atemtest dient zur Feststellung einer bakteriellen Fehlbesiedelung des Magens und oberen Dünndarmes (SIBO, small intestinal bacterial overgrowth).

Mittels Laktose-, Fruktose-, oder Sorbit Atemtest können entsprechende Unverträglichkeiten untersucht werden. Dabei wird geschaut, wie die Aufnahme- und Verdauungsfähigkeit dieser Zuckerarten funktioniert. Ist diese gestört, so liegt eine so genannte Kohlenhydraht-, (Laktose-, Fruktose-, Sorbit-) Malabsorption bzw. eine Intoleranz vor.

Der Laktulose Atemtest dient der Einschätzung der Passagezeit von Nahrung bis in den Dünndarm und wird gelegentlich zum Glucose-Atemtest ergänzt.

Mittels des C13-Octanoat Atemtests kann die Magenentleerungszeit gemessen werden. Dazu bekommen Sie eine standardisierte Testmahlzeit (Rührei mit Butterbrot). Es wird dann geschaut, wann und wie schnell der Magen diese Speise in den Dünndarm weiterleitet. Eine Verzögerung dabei bedeutet eine Magenentleerungsstörung und kann entsprechend modern endoskopisch behandelt werden.

Durch den Helicobacter-Atemtest kann eine Besiedelung des Magens mit dem Bacterium Helicobacter Pylori überprüft werden. Eine Helicobacter Besiedelung des Magen kann eine Magenschleimhautenzündung (Gastritis) und Geschwüre (Ulcus) verursachen. Beim Nachweis kann man dies entsprechend antibiotisch behandeln.

Diese so genannten C13- oder H2-Atemtests beruhen darauf, dass Bakterien im Darm aus einem nicht aufgenommenen und damit im Darm verbliebenen Zucker bzw. Untersuchungsmittel durch den Bakterien-Stoffwechsel C13- oder H2 herstellen. Dieser wird dann über den Darm und Blutkreislauf transportiert und in der Lunge wieder ausgeatmet. Diesen C13- oder H2-Anteil in der Ausatemluft können wir messen.

Wichtige Informationen zur Vorbereitung für Glucose, Lactose, Lactulose, Fruktose, Sorbit- und C13-Atemtest:

  • 3-4 Tage vor Untersuchung kein rohes Gemüse sowie kein stark riechendes Gemüse (z.B. Knoblauch) essen
  • Keine intensiven Abführmaßnahmen, keine Darmspiegelung, keine Röntgen Kontrastmitttel-Untersuchung des Darmes, keine Antibiotika 2 Wochen vor der Untersuchung
  • Keine Verdauungsfördernde oder -hemmenden Medikamente (z.B. MCP, Motilium, Paspertin, Imodium etc.) sowie keine Abführmittel, Füll- und Quellstoffe (auch Laktulose) in den letzten 3 Tagen vor der Untersuchung
  • Am Vortag der Untersuchung keine Nahrungsmittel mit hohen Ballaststoffen (Vollkornnudeln, Kartoffeln, Vollkornbrot, Bohnen und Linsen), ideal am Vortag: Fleisch oder Fisch mit Reis
  • Bitte ab 22h des Vortages nüchtern bleiben, kein Frühstück und kein Kaffee am Morgen der Untersuchung. Halten Sie vorher unbedingt eine Nüchternperiode von 12 Stunden ein, in dieser Zeit auch bitte keine Flüssigkeitszufuhr
  • Mindestens 6h vor Testbeginn nicht rauchen
  • Keine schweren körperlichen Aktivitäten 2 Stunden vor und während des Tests
  • Die Untersuchung dauert ca. 3h (ggf. Buch etc. mitbringen).
Flexible endoskopische Schluck-Untersuchung (FEES)

Neurologische Erkrankungen wie Schlaganfall, Parkinson-Syndrom, Demenz und neuromuskuläre Erkrankungen sind die häufigsten Ursachen von Schluckstörungen (Neurogene Dysphagien). Die flexible endoskopische Evaluation des Schluckakts (FEES) dient zur objektiven Beurteilung des Schluckakts. Mithilfe der FEES werden die Effektivität und Sicherheit des Schluckakts beurteilt, geeignete Nahrungskonsistenzen bzw. Ernährungsformen festgelegt und der Einsatz von therapeutischen Manövern evaluiert. Die Untersuchung wird in Zusammenarbeit mit unseren Logopädinnen durchgeführt.

Videokinematographie - Röntgen des Schluckaktes

Ursachen für Schluckbeschwerden können vielfältig sein. Die Videokinematographie untersucht Erkrankungen des oberen Verdauungstraktes vom Mund bis zum Magen durch das Röntgen des Schluckaktes. Dabei wird der gesamte Schluckakt gefilmt und genau analysiert, während eine kleine Menge Kontrastmittel getrunken wird.
Die Videokinematographie des Schluckakts kann eine Ursache der Schluckbeschwerden identifizieren.