Ausbildung zur Demenzbegleitung

Basisschulung für ehrenamtliche Betreuungskräfte im Klinikum Garmisch-Partenkirchen und Murnau

Termine: 21.03., 28.03. und 29.03.2026

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Rhythmologie

Ein weiterer Schwerpunkt liegt an unserem weiteren Standort Murnau in der Behandlung von Herzrhythmusstörungen mittels elektrophysiologischer Untersuchung und Katheterablation (z.B. die Pulmonalvenenisolation bei Vorhofflimmern).

Elektrophysiologie

Herzrhythmusstörungen können für eine Vielzahl von Beschwerden verantwortlich sein: von harmlosen Missempfindungen, Herzstolpern oder Aussetzen bis hin zum Herzklopfen, Herzrasen oder aber auch Schwindel- und Ohnmachtsanfälle. Bewusstlosigkeit oder ein plötzlicher Herztod können durch Rhythmusstörungen ausgelöst werden. Die Erfassung der elektrischen Ströme zur Diagnosestellung und Behandlungsplanung mittels EKG, Langzeit-EKG, Belastungs-EKG und für ganz seltene auftretende Rhythmusstörungen Ereignisrecorder (Event-Recorder) sind daher die wesentichen Untersuchungsmethoden. Häufig kann eine elektrophysiologische Untersuchung, das heißt eine Untersuchung der elektrischen Erregung des Herzens durch einen Herzkatheter, zu einer unmittelbaren Diagnose führen, ohne dass erst langwierig nach der Rhythmusstörung gefahndet werden muss (Elektrophysiologische Untersuchung EPU).

Einem erfahrenen Team unter der Leitung von Dr. med. Gerd Bürkle steht ein speziell ausgestattetes Herzkatheterlabor am Standort Murnau zur Diagnostik und Behandlung zur Verfügung. Bei Stolpern oder Herzrasen wird eine Verödungstherapie (Ablationsbehandlung) mit Hitze oder Kälte vorgenommen und die Ursache der Störung beseitigt. Ein besonderer Schwerpunkt der Elektrophysiologie liegt in der Behandlung von Vorhofflimmern. Neben der medikamentösen Behandlung oder Gleichstromelektrotherapie (elektrische Kardioversion) wird Vorhofflimmern bei symptomatischen Patienten ebenfalls innerlich über Hitze – oder Kältetherapie unter Einsatz 3-dimensionaler Aufzeichnungssysteme verödet.

Wie können Sie in der Abteilung Rhythmologie untersucht und behandelt werden?
Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt, betreuenden Internisten oder Kardiologen. Eine Einweisung zu uns ist jederzeit möglich, wenn die Notwendigkeit einer stationären Behandlung besteht. Dies ist eigentlich immer gegeben, wenn eine medikamentöse antiarrhythmische Einstellung oder eine interventionelle Therapie (s.o.) erfolgen soll. Zur Beratung kann ein Gesprächstermin in der rhythmologischen Ambulanz entweder am Standort Murnau oder am Klinikum Garmisch-Partenkirchen vereinbart werden.

 

Elektrische Kardioversion

Zur Vorbereitung dieser Behandlung sollten Sie von Ihrem Arzt auf Marcumar oder einem Neuen Oralen Antikoagulans (NOAK: Eliquis®, Pradaxa®, Xarelto®, Lixiana®) eingestellt worden sein. Bei Marcumareinnahme sollten die INR Werte (nicht mehr die früher gebräuchlichen „Quick-Werte“) im Monat vor geplanter Rhythmisierung über 2,0 liegen, optimal im Bereich 2,5 -3,0.

Am Aufnahmetag bitten wir Sie nüchtern, das heißt ohne Frühstück, zur Aufnahme zu kommen. Ihre morgendlichen Medikamente (speziell die blutverdünnenden Medikamente) sollen Sie mit einem Schluck Wasser einnehmen. Sollten Sie Schrittmacher oder ICD-Träger sein, bitten wir Sie, neben Ihrem Marcumar-Ausweis Ihren Schrittmacherausweis mitzuführen. Die elektrische Kardioversion erfolgt in Kurznarkose. Unter Umständen muss noch ein sogenannter Schluckultraschall (transoesophageale Echokardiographie - TEE) durchgeführt werden, um Gerinnsel im Bereich der linken Vorkammer auszuschließen. Diese Untersuchung erfolgt neben örtlicher Betäubung des Rachens in einem schlafähnlichem Zustand. Nach der Kardioversion entscheidet der behandelnde Arzt, ob Sie nach 4 Stunden oder erst am Folgetag nach Hause dürfen.
Fahrtüchtigkeit besteht am Untersuchungstag nicht! Eine Langzeit-EKG-Kontrolle ist entweder in der Klinik oder beim zuweisenden Arzt notwendig. Die Fortsetzung der Gerinnungshemmer-Therapie ist mindestens für 4 Wochen erforderlich. Häufig kann sie auch bei Sinusrhythmus wegen erhöhter Schlaganfallgefährdung nicht abgesetzt werden.
Vorhofflimmern ist eine Rhythmusstörung, welche häufig wiederkehrt. Auch unter medikamentöser Therapie ist ein Wiederauftreten in 40- 50 % in einem Jahr möglich. Alternative Verfahren zur Rhythmisierung (Katheterablation, PVI) können mit Ihrem Arzt besprochen werden.

Elektrophysiologische Untersuchung

Nach Punktion der Leistenvene wird ein spezieller Katheter bis zum Herzen geführt und dort die elektrische Erregung des Herzens direkt abgeleitet. Durch Abgabe gezielter Impulse kann die elektrische Erregung getestet und das Risiko für lebensbedrohliche Herzrythmusstörungen beurteilt werden.

Folgendes ist für die Untersuchung zu beachten:
Eine ambulante elektrophysiologische Untersuchung ist von den Krankenkassen nicht vorgesehen. Der Eingriff erfolgt während eines kurzen stationären Aufenthaltes. In der Regel können Sie einen Tag nach erfolgter Untersuchung das Krankenhaus verlassen.

Zur Vorbereitung sollten Sie:

  • die rechte Leistenregionen rasiert haben (natürlich kann auch die Rasur im Krankenhaus erfolgen).
  • Am Untersuchungstag nichts gegessen haben, ein morgendliches Trinken eines halben Glases Wasser ist möglich
  • Medikamente nach Absprache mit Ihrem Hausarzt oder wie gewohnt einnehmen.
    - Ausnahmen stellen sogenannte Antiarrhythmika, also Medikamente gegen Rhythmusstörungen dar: diese sollten 2 Tage vor der Untersuchung nicht eingenommen werden.
    - Aspirin (ASS® 100 ), Clopdigrel ( Plavix®/ Iscover®) kann weiter eingenommen werden.
    - Ebenso sollen Blutgerinnungshemmer wie Marcumar® , Eliquis®, Pradaxa®, Xarelto® oder Lixiana® NICHT abgesetzt werden.

Im Rahmen des Vorgesprächs oder des stationären Aufenthaltes erhalten Sie einen Aufklärungs- und Einverständnisbogen, den Sie bitte unterschreiben und welcher Ihrer Patientenakte beigefügt wird, als Beleg darüber, dass Sie über die Untersuchung ausreichend informiert und einverstanden sind.

Am Untersuchungstag:
Nach Aufnahme werden Sie im Laufe des Tages im Herzkatheterlabor untersucht. Die Untersuchungen erfolgen meist - neben der örtlichen Betäubung der Kathetereintrittstelle in der Leiste - in einer sogenannten Analgosedierung, also einer Schlafnarkose und in keiner Allgemeinnarkose. Der Schlafzustand wird während der gesamten Untersuchung aufrechterhalten.
Nach der Untersuchung schließt sich eine 4 bis 6-stündige Bettruhe an, um mit einem Druckverband eine Blutstillung zu erwirken. Essen und Trinken sind bei Wachheit sofort wieder möglich.
Nach Punktion der Leistengefäße empfehlen wir eine körperliche Schonung für 5 Tage.

Herzschrittmacher- und Defibrillator-Implantation

Herzschrittmacher dienen zum Schutz vor zu langsamen Herzschlag. Wir implantieren alle Systeme inklusive sondenloser Schrittmacher. Defibrillatoren schützen vor einem zu schnellem Herzschlag und vor dem plötzlichen Herztod bei ausgewählten Risikopatienten. Wir implantieren alle System inklusive der subkutanen Defibrillatoren. Sowohl mit Herzschrittmachern als auch mit Defibrillatoren kann bei Patienten mit asynchronem Herzschlag aufgrund einer blockierten Herzerregung eine Resynchronisation erfolgen.
Vor dem Eingriff und nach Abschluss der notwendigen vorbereitenden Untersuchungen (EKG, Laboruntersuchungen, Röntgen-Aufnahmen etc.) und erklärter Einwilligung, müssen Sie ab Mitternacht nüchtern bleiben. Das Einnehmen Ihrer Dauermedikation kann am Morgen wie gewohnt mit einem halben Glas Wasser erfolgen. Das Absetzen der blutverdünnenden Medikamente ist in der Regel nicht notwendig.
In der Regel wird nach dem Eingriff für 4 Stunden eine lokale Kompression zur Verhinderung eines Blutergusses mittels Kompressionskissen aufrechterhalten. Der Oberkörper sollte hoch gelagert sein und der betroffene Arm nicht bewegt werden. Erst nach 4 Tagen sollte er über das Schulterniveau angehoben werden. 14 Tage sollten keine schweren Gegenstände mit der implantierten Körperseite getragen werden. Duschen ist nach 8 Tagen wieder problemlos möglich, zuvor muss die OP-Stelle mit einem wasserdichten Pflaster abgeklebt werden.
Die Fäden bzw. Pflasterstreifen im Wundbereich sollten spätestens nach 10 Tagen von Ihrem Hausarzt entfernt werden, der auch die Wundheilung in regelmäßigen Abständen überwachen sollte.
Das Herzschrittmachersystem wird unmittelbar nach der Operation, vor Entlassung und dann wieder nach 4-6 Wochen über einen von außen aufgelegten Programmierkopf abgefragt und seine Funktionstüchtigkeit geprüft. Diese Kontrolluntersuchung findet dann halbjährlich beim niedergelassenen Kardiologen statt.

Katheterablation, Pulmonalvenenisolation


Strukturelle Kardiale Intervention

Vorhofohrverschluss LAA Occluder

Im linken Vorhofohr können bei Vorhofflimmern Blutgerinnsel entstehen, die einen Schlaganfall auslösen können. Um das Risiko eines Schlaganfalls zu reduzieren, ist die Einnahme von Marcumar oder neueren blutverdünnenden Medikamenten (NOAK) notwendig. Besteht eine chronische Blutungsgefährdung, oder ist es bereits zu Blutungskomplikationen gekommen, kann durch ein Schirmchen das Vorhofohr verschlossen werden. Eine Gerinnselbildung ist dann nicht mehr möglich und die blutverdünnende Therapie kann beendet werden.
Nach Punktion der Leistenvene wird hier die Herzscheidewand vom rechten zum linken Herzen passiert und dann das Schirmchen in das linke Vorhofohr eingebracht. Der korrekte Sitz wird geprüft und der Katheter anschließend wieder entfernt.

Vorhofseptumverschluss (PFO-Verschluss, ASD-Verschluss)

Ursache eines Schlaganfalls kann unter anderem ein persistierenden Foramen ovale (PFO) oder ein Defekt in der Scheidewand sein. Hier besteht eine Verbindung zwischen rechtem und linkem Vorhof. Gerade in Verbindung mit einem Vorhofseptumaneurysma kann dort eine Embolie vom rechten zum linken Vorhof einen Schlaganfall verursachen. Nach Punktion der Leistenvene wird ein Katheter vom rechten in den linken Vorhof und darüber das Verschlussystem in den linken Vorhof vorgebracht. Der Defekt in der Wand wird dann von zwei Scheiben abgedeckt, die aneinander gelegt werden. Die eine liegt im linken Vorhof und die andere im rechten Vorhof. Der Katheter wird nach Überprüfung der korrekten Lage wieder entfernt.

Aortenklappenimplantation (TAVI) in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Herzzentrum