Zentrum für Geriatrie & Alterstraumatologie - Allgemeines

Lebenserwartung und Altersverteilung
Die Lebenserwartung steigt in den Industriestaaten wie nie zuvor in der Geschichte der Menschheit.

Im Jahr 1871 lag die durchschnittliche Lebenserwartung bei etwa 37 Jahren. 2010 lag der Durchschnittswert schon über 80 Jahre, mit weiter steigender Tendenz.
Wir haben uns zu einer „Gesellschaft des langen Lebens“ entwickelt und viele Hochbetagte sind aktiv, geistig fit und versorgen sich selbst. Kommt es im hohen Alter zu Gesundheitsstörungen, braucht es spezialisierte medizinische Hilfe, die gleichzeitig Besonderheiten des Alterns berücksichtigt.

Medizin für eine „Gesellschaft des langen Lebens“
Nicht die Zahl der Jahre ist ausschlaggebend. Gleichaltrige Menschen mit hohem Alter unterscheiden sich oft sehr. Die körperlichen und sozialen Veränderungen im Alterungsprozess gehen mit einer unterschiedlichen Abnahme der Anpassungsfähigkeit einher. Kleine Veränderungen können weitreichende Folgen haben. Gleichzeitig haben hoch betagte Menschen oft eine bewundernswerte Energie, um mit gesundheitlichen Störungen zu Recht zu kommen und Probleme zu bewältigen. 

Stürze verhindern und richtig behandeln
Besondere Bedeutung kommt dem Alterstrauma zu: Knöcherne Verletzungen im Alter (sog. Altersfrakturen) werden in Zukunft den höchsten Bettenbedarf im Krankenhaus verursachen, noch vor dem Schlaganfall und den Herzkreislauferkrankungen.

Ein Drittel der über 65-Jährigen stürzt mindestens einmal pro Jahr, von den über 80-Jährigen sind es über 40%. Ein Stolperer kann nicht mehr so gut abgefangen werden. Muskulatur wird teilweise in Fett umgewandelt. Ein Tag im Bett macht drei Trainingstage notwendig, um wieder richtig auf die Beine zu kommen. Über 40% der vorher zu Hause lebenden Personen konnten nach einer Oberschenkelfraktur in einer Erhebung der US-Regierung nicht mehr in die eigene Wohnung zurückkehren.

Der hoch betagte Mensch braucht vor diesem Hintergrund von Anbeginn der Krankenhausbehandlung besondere Aufmerksamkeit und Fürsorge.

Bei allen über 70-jährigen Patienten werden deshalb bei Aufnahme in das Klinikum Garmisch-Partenkirchen die Mobilität, der Pflegebedarf und die alterungsbedingten Funktionsstörungen erfasst und mit Punkten bewertet.

Entscheidend ist immer die Frage der funktionellen Reserve. Werden durch Lunge, Herz und Gefäße die Organe und die Muskulatur gut mit Sauerstoff versorgt? Steht der Patient noch mit beiden Beinen im Leben? Begreift er, worum es geht und hat er noch gute Nerven? Wie ist er ernährt? 

Akutmedizin im Alter
Fallen bei einer Krankenhauseinweisung zum Beispiel eine erhöhte Sturzgefahr, eine beginnende Demenz, chronische Schmerzen oder eine allgemeine Gebrechlichkeit auf, ist die Aufnahme auf die altersmedizinische Station möglich.

Die zur Einweisung führenden Gesundheitsstörungen werden von den zuständigen Spezialisten gezielt behandelt. Ärzte aller Fachabteilungen arbeiten hier zum Wohle der Patienten zusammen.

Gleichzeitig  können gemeinsam von Ärzten, altersmedizinisch geschulten Pflegekräften und Therapeuten Maßnahmen eingeleitet werden, die stets darauf abzielen, die Mobilität und Selbsthilfefähigkeit des Patienten zu erhalten oder wieder herzustellen.

Altersmedizinische Frührehabilitation
Die kompetente unfallchirurgische, internistische und altersmedizinische Akutversorgung sowie Möglichkeiten einer altersgerechten Frührehabilitation sollen vom ersten Tag des Krankenhausaufenthaltes dazu beitragen, dass der Patient wieder auf die Beine kommt und sich so weit wie möglich wieder selbst helfen kann.

Gemeinsam erfolgt die Behandlung, gemeinsam soll der ältere Patient wieder stark gemacht werden. Ziel ist die Rückkehr in das vertraute häusliche Umfeld.